Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

31. Dezember 1693 · Seite 82r · Scan 184
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Zeile 1
[082r] 1693

Transkription

December.
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vnfehlbarlich noch vill grösßer müsste
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werden, sonderlich wann anfangen gegen
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der Fasten daß eingemachte Kraut
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(desßen sich die arme Leüt mit den
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Rüeben behelfen können) aussgebraucht
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worde seÿn. Daß also mann an-
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ders nichts zugewarten worde haben
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als ein gantz ellende Zeit.
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Wer will aber darumb sich zubeklagen
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haben, da wir von vnßerem eigenem
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Gewüsßen stark vnnd mit grundtlicher
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nur gar zu wahrer Wahrheit ange-
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klagt werden, daß wir selbsten durch
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vnßere villfeltige Sunda vnnd Laster
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dißer ellenden vnnd betrüebten Zeit vrsach
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gegeben haben? Ich musß leider! für
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mich bekennen, das durch meine vn-
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zahlbare vile Sünden dahin das meiste
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bÿgetragen. Ist mir aber von Grund
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der Seelen leid, das ich dich, mein Gott
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vnnd Herren so villfältig vnnd so
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gröblich beleidiget. Opfere dir für
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solche in aller demuth vnnd Zerknirsch-
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ung meines sündigen Herzens, auf
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daß vnschuldige blut deines eingebohr-
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nen Sohns Iesu Christi, daß er auf
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mornderigen Tag für mich armen
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vergosßen, vnnd pitte dich vmb
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alle

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.