Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

14. April 1689 · Seite 64r · Scan 133
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[064r] 1689
Zeilen 10–11
Tumultus in domo auditus spectrum creditur.
(lat) Der Lärm, der im Haus gehört wurde, wird auf ein Gespenst zurückgeführt.
Zeilen 20–21
Illud a Noctuis excitatum credit Pater Œconomus.
(lat) Pater Statthalter glaubt, dass Eulen ihn hervorgerufen haben.

Transkription

Aprilis
1
Brandt Wein zu distillieren. Hatt wenig, vnnd
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weniger außgeben, als von vnßerem Hopf,
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die Wir hier im Schlosß gesammblet. Doch
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ist diß auch besßer weder gar nichts.
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Eß wäheten schier beständig starke Lüft,
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mithin warme, mithin kalte: masßen heüt
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wider ein sehr kalter Luft geweheta, der zwar
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hell Wetter gehabt, aber sorglich wider Schnee er-
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weken wirdt.
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In vergangener Nacht haben vnßere dienst
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vmb 12 Vhren Nachts ein starkes Gereüsch im
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Hauß gehört, vnnd ist auch das Hündlin,
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so bÿ seinem jungen gelegen, vnnd anderst nit,
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als bÿ Eintritt frömbder Leüten zubellen
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pflegte, sehr vnrühewig worden: also daß
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alle vermeint, es seÿe ein Gespenst. Ich
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wüsste nichts darvon bis am Morgen nach
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der Mesß, da ich auf vernommene Erzehlung,
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mit zweÿen im Hauß herumb gangen vnnd
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alles auß visitiert, aber nichts gefunden: desßet-
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wegen ihnen ihre Apprehension ausßgeredt,
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vnnd gesagt, nichts anders, als Kazen, oder Ra-
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tzen, oder Nachtheüwel geweßen. Ist auch wahr,
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das die Eüwel Nachts mithin in das Hauß
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kommen, masßen ich neüwlich selbsten gesehen
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vnnd gehört, da ich Nachts gegen 10 Vhren
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einen solchen Vogel vor der Thüren deß
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Saals angetrofen. Eß wolten zwar
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sie mir nit glauben, allein waren doch sie
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ietzt etwas behertzter. Hab befohlen, wann
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sie etwas mehr ins künftig hören werden,
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sie

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.