Transkription
1
setzt, doch ohne Gefahr endtlich zu kommen.
2
Ich schikte also bald meinen Bueben zu Herrn
3
Hanß Jacob Zelling, welcher die Zeit der ver-
4
waltung der Eÿnsidlischen Œconomia1 jährlich von
5
mir die Käß aberkauft, vnnd bate vmb
6
herberg: die er mir gern vnnd willig zu-
7
gesagt: vnder desßen bin ich erstlich in die Prediger,
8
darnach die Jesuiter Kirchen2 gangen, mein Andacht
9
zu verrichten: vnnd vermeinte mänigklich, die
10
Herren Jesuiter wurden wie ferniges jahr ein
11
Tragœdi vom Leiden Christi durch die Nacht
12
13
würklich ein grosßes Volk in ihre Kirch zu-
14
samen kommen. Nach demme aber mänigklich ver-
15
meinte, der Action der Anfang gegeben soll werden,
16
haben sie anders nichts gehabt, als den Oelberg
17
mit Bildtnusßen vnnd Liechteren repræsentiert,
18
darbÿ ein Zimmlich feine Musicam gehalten.
19
In desßen ist Hanß Jacob Zelling zu mir
20
kommen, mich von dar in St. Stephans Kirchen
21
begleitet, dorten den Oelberg wider besuecht,
22
vnnd gleich darauf mit ihme in sein Hauß
23
geführt, wo ich mit meiner Gesellschaft
24
wohl accomodirt, ein Collation eingenommen
25
vnnd iedes in ein absonderlich Zimmer xxxa
26
beherberget worden, vnnd rühewig geschlafen.
27
Nechsten Morgen des Heiligen Carfreÿtags seÿnd
28
wir mit ein anderen erstens in das Thumm
29
gangen, dorten erstens vnßer Gebett ver-
30
richtet, hernach der Predig, welche ein
31
Jesuiter, so Thum-Prediger war, mit schöner
32
zierlicher Oratorischer Manier gehalten, bÿ-
33
gewohnt, darauf zu St. Stephan gangen,
34
auch dorten eines Capuziners Passion Pre-
35
dig,