Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

25. November 1698 · Seite 445v · Scan 920
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Marginalie
[445v]
Zeile 1
1698
Zeilen 7–10
Dominus Resignatus facile concedit profectionem Patri Iosepho.
(lat) Herr Resignatus erlaubt Pater Joseph gern die Abreise.
Zeilen 14–17
Caementarii et figuli advocati pro reformatione domus.
(lat) Maurer und Töpfer werden für zum Umbau des Hauses herbeigerufen.
Zeilen 28–31
Pater Oeconomus Clingencellensis discessit sine valedictione Patri Iosepho facta.
(lat) Pater Statthalter von Klingenzell ist abgereist, ohne sich von Pater Joseph verabschiedet zu haben.

Transkription

November.
1
dörfen, vnnd were er weder meiner, noch
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des Bruder Josephs Abwart für wenig tag
3
nöthig, könte auch wohl sich von dem
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Laggeÿ für ettlich wenige tag bedienen
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lasßen. Ich sagte, wann denn Ihre
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Fürstlich Gnaden nunn die Gnädige Licenz geben,
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will ich künftigen Morgen bÿ früher Zeit
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mit Bruder Joseph wider verreißen. Ja, ant-
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wortete er, ihr möcht wohl reißen, vnnd
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Bruder Joseph mit eüch. Desßen mich höchstes
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bedankt, vnnd ganz freüwdig von ihme
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gangen, meine Schuldigkeiten zu verrichten.
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Als ich eben fertig, kombt Bruder Joseph,
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erzellend, wie das er von dem Herrn Resignato
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seÿe nacher Stein geschikt worden, vmb
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Ziegel-Stein, Kalch, vnnd einen Hafneren
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zu suechen, welcher den Ofen vnnd Camin,
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in des Statthalters Zimmerlin enderen, vnnd
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also selbiger zu besßer seiner Kommlichkeit
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nach accommodieren sollten. Ich fande, das mein
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Zimmerlin nun xxxa ausgeplündert were, vnnd
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nit eines hellers werth mehr darinn
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gelasßen, vssert das ienige Clavichordum,
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welches ich gern mit mir genommen hette,
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aber nit konnte. Ich lachte ab allem zum
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theil, vnnd freüwete mich, Morgen bÿ
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der Frühe wider zuverreisen. Etc. Ward
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also Abend. Herr Pater Statthalter zu
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Clingenzell ist heüt Morgen frühe von
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Hauß gangen, so das ich ihme mundtlich
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nit abgnaden konnen. Hab deretwegen
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auß Kalcheren1 ihme ein brieflin zuge-
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sandt, vnnd mit vbersendung eines
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schönen

Anmerkungen

a Streichung durch Autor. Nicht lesbar.
1 Die 1331 erstmals erwähnte und 1848 aufgehobene Zisterzienserinnenabtei Kalchrain lag in der Gemeinde Hüttwilen im heutigen Kanton Thurgau.Bibliografie