Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

14. Mai 1698 · Seite 298r · Scan 621
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[298r] 1698
Zeilen 11–12
Pater Œconomus vendit frumenta.
(lat) Pater Statthalter verkauft Getreide.

Transkription

Maius
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ganzen Tag, worvon die Strasßen
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eben sehr schmuzig worden. Ich ver-
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meinte zwar mit Herrn Patri Dietlando
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auf Veldbach1 zufahren, oder zureiten,
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aber daß vnlustige Wetter verleidete
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es vnß aller dingen: doch war es auch
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kein Möglichkeit, dann Vnsere Seüm-
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er, zu dennen ich am Morgen frühe
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hinunder nacher Eschenz spaziert, haben
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mich zimmlich lang versaumbt, vnnd also
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ich heimkommen, seÿnd vnßere Kernen-
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Grempler von Stepfert ankommen,
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dennen ich etwas Kernen vnnd Hab-
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er verkauft, weilen ich Gelt gemang-
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let: sonsten dermahlen kein Frucht wolte
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verkauft haben, dann es das Ansehen
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hatte, ob werde die Frucht etwas auf-
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schlagen: masßen eben heüt Kernen
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vnnd Haber in höcheren Preÿß ge-
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stigen. Vnder desßen schikte ich ein
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böttlin nacher Veldbach, mein außbleiben
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zuentschuldigen, desßen mann (glaube
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ich) kein Misßfallen gehabt. Nach
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dem Mittag Esßen bin ich wider auf Eschenz
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gangen, in Meÿnung dorten die Kernen
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Grempler anzutrefen, vnnd ihnen Haber
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zumesßen zulasßen. Wartete ihrer bÿ
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Hanß Bachen Stabhalteren (zu welchem
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ich eingekehrt) vast einer Stund. Alß
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aber sie nit kommen wolten, gieng ich wider
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nacher

Anmerkungen

1 Die 1256 erstmals erwähnte und 1848 aufgehobene Zisterzienserinnenabtei Feldbach lag in der Gemeinde Steckborn im heutigen Kanton Thurgau.Bibliografie