Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

10. Mai 1698 · Seite 295r · Scan 615
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Zeile 1
[295r] 1698
Zeilen 14–17
Pater Œconomus incurius frangit vas vitreum, et spiritum Vini effundit.
(lat) Pater Statthalter zerbricht unachtsam ein gläsernes Gefäss und verschüttet den Branntwein.

Transkription

Maius
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einzugehen, welches männigklich nit wen-
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ig erschrekt, weilen ein altes Sprich-
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Wort, daß wie daß Meÿen-Neüw seÿe,
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also werden alle Neüw des ganzen
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Jahrs gefunden werden. Ob nunn
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diß ein vnfehlbare Regel seÿe, hab
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ich dato noch nit alligklich gewahret doch
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sagen mir ander, daß öefters der Ge-
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gentheil geschehn. Doch Anno 75 da
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es im Meÿen Neüw geschneit, hatt es
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nachgends alle Neüw geschneit, vnnd
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ein sehr sauren vnreifen Wein abgeben.
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Eß ist aber alles in der Hand Gottes.
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Vnßer Statthalter hatt gestrigen Abend ein
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schönen Vnschik angefangen. Eß haben die
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Mägdt Hepf brandt-Wein gemacht, vnnd
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den ihme in halb-mäsßigen Gleßern vber-
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bracht, welchen er in grösßere 2,25-
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Mäsßige geschüttet, vnnd alsobald ver-
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binden wollen, nit achtend, was er für
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ein band hette, vnnd was vmb ihne were.
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Als nunn er die Schnuer stark zuziehen
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wolle, ist diße von der Rechten hand zer-
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risßen, von der linken aber die Gutteren
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mit solcher Violentia gezogen worden,
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daß sie an einem Egg, wo sie ange-
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stosßen, zersprungen, vnnd was der-
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inn ware, vber vnnd hinder daß bufet,
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ausgerunnen, vsßert ohngefahr einem
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Quärtlin, welches er in ein nechst
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dar-

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