Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

19. Juli 1697 · Seite 130v · Scan 280
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[130v] 1697
Zeilen 16–17
Hospites Domino Decano nostro servientes.
(lat) Die Gäste werden von unserem Herrn Dekan versorgt.
Zeilen 27–28
Oeningeni fructus secum afferunt.
(lat) Die Patres von Öhningen bringen Früchte mit.

Transkription

Iulius
1
die Klosterfrauwen ein sondere Freüwd
2
erzeigt, vnnd er auch selbsten getröstet
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worden, daß er alles in guetem Stand,
4
vnnd dann auch vnßeren Herrn Decanum
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vnnd vnß dorten angetrofen. Wir
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sizten bÿ dem Tisch bis gegen 3 Vhren,
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giengen dann vnßere Vesper zubetten,
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darnach wider ad colloquium, vmb fünf
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Vhren aber nacher Hauß etc. Verrichteten
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dorten noch vnßere Schuldigkeiten, namen
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ein kurzes Nacht-Süpplin, vnnd giengen
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alle zur Ruhe.
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Den 19. Iulii. Ist ein meistes trüeber Tag
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mit Sonnen-Schein, etwas zartem Reegen etc.a
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gewesen etc. Den Tag hatten wir
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Beroldingen zu Gintelhart, Herrn Decanum
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zu Œningen1 etc. dennen ein Tractation
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von edlen Fischen aufgestellt worden,
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darunder ein 6 Pfund Forellen, vnnd ein
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zimmlich grosßer Ahl gewesen etc. Mann
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machte sich lustig bis gegen 4 Vhren,
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vnnd gegen 5 Vhren vereisten wider-
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umb alle. Die Herren von Œnin-
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gen brachten mit sich Spanische Wiechs-
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len vnnd Kirschi, die mir treflich
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wohl bekommen. Die grosß Forellen
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zugebracht, vnnd Herr Decan selbsten
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bezahlt. Also ist gut Gäst haben,
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wann sie selbsten den Tisch mitbringen
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mit

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
1 Das 1155 erstmals erwähnte und zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgehobene Augustiner Chorherrenstift Öhningen lag in der gleichnamigen Gemeinde im heutigen Bundesland Baden-Württemberg (Deutschland).Bibliografie