Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

30. Oktober 1698 · Seite 422r_01 · Scan 871
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Marginalie
[422r_01]
Zeilen 7–9
Pater Oeconomus frangit vitrum plenum spiritu faeniculi.
(lat) Pater Statthalter zerbricht eine Flasche voll Fenchel-Wasser.

Transkription

October.
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Wir könnten doch gleich nach 6 Vhren
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zum Tisch sizen: Seynd aber erst vmb
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10 Vhren zur Ruhe kommen. Eben zu
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vor wolte ich Herrn Decano ein Gläßlin
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Fenkel-Wasßer (wegen seiner zimmlich
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stark habenden Halß Catharren)
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zurüsten. Vnnd als ich eben daß halb-
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mäsßige hoche Gütterlin öfnen wollen,
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bin ich zu vngeschikt darmit vmbgangen,
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vnnd hab das Gütterlin vertrukt,
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vnnd alles Fenkel-Geist-Wasßer
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zu Herrn Decani vnnd anderer Anwesenden
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grosßem Vertrusß, meiner aber selbsten
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hochstera Mortification vnnd Confusion
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verschüttet vnnd vnnuz gemacht.
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Ich schembte mich dißes Fählers sehr,
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vnnd ward darmit desto behuetsamber,
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auß einer grösßeren Gutteren iezt
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spiritum cerasorum auszuschenken etc.
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Darmit Herr Decan sich bedient etc.
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vnnd hernach zur Ruhe gangen.
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Eß ist ein zimlich stille Nacht worden.
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Der Herr Resignatus hatte in vbriger Auf-
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wart auch einen Seümer, so ihme
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sein vbriges Hauß-Geräth allhero
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gebracht: vnnd den einzigen Speer-
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Reüter. Ist sonsten zimmlich wohl con-
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ditioniert ankommen, vnnd in die hinderen
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Stuben, Herr Decan aber in daß Ober Stüb-
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lin, darinn vorhero Reverendus Pater Marianus
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gewohnet, beherberget worden etc.
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Den 31.

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.