Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

27. Oktober 1698 · Seite 417r · Scan 861
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Marginalie
[417r] 1698
Zeilen 14–16
Vindaemiae in Vechtnauw continuatae.
(lat) Die Weinlese in der Fechtnau wird fortgesetzt.

Transkription

October.
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Früeling nit vill fruchten wollen, vnnd
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ettliche Stuk vnßers sit venia Kühen vntrag-
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end gebliben. Daß also die Erfahrenheit
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gegeben, das kein Vÿch besser allhero
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tauge, als welches hier erzogen. Doch
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kan ein anders auch grathen. Der
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Vÿch arzet ist nach 9 Vhren kommen, hatt
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etwas Mittels von Wein, Loorberna etc.
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dem tierlin eingeschüttet, aber kein sondere
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Hofnung seines Aufkommens machen
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wollen: doch hatt es einmahl die Nacht
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noch erlebt. Der Arzet forderte
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8 oder 9 Batzen vnnd gab ich ihme 8,5 Batzen
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sambt Esßen vnnd Trinken, vnnd gieng
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er darüber wider nacher Pfÿn. Sonst-
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en haben wir heüt wider gewimmet in
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vnßer Vechtnauw, aber noch ein grosß
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Stuk vberlasßen, dann ich die Wimm-
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ler nach meinem Verlangen nit haben
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können, sonder müsste mich meistes mit
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vnßeren diensten von hier vnnd Schaf-
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rat bedienen, sindb 3 taglöhneren
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von Eschenz vnnd vnseren Rebmann
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vnnd 2 seiner Kinden. Thaten alle ihr
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bestes: aber am Morgen war es von
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einem kalten Nord-Wind sehr frostig,
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vnnd nach Mittag fiel wider ein sehr
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kalter Reegen, welcher in die tiefe
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Nacht continuiert, also die Nacht auch
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vnlustig, sehr kalt, vnnd trüeb ge-
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machet.

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "die" durch "sind" ersetzt.