Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

26. August 1698 · Seite 391v · Scan 808
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Marginalien dieser Seite

Marginalie
[391v]
Zeile 1
1698
Zeilen 12–13
Dominus Müller revertitur in Cell.
(lat) Herr Müller kehrt nach Radolfzell zurück.
Zeilen 19–21
Messores in Schaffrat petunt epulum messorium.
(lat) Die Schnitter von Schafferez bitten um die Erntemahlzeit.

Transkription

Augustus.
1
Abend ist zimmlich rüehwig geweßen:
2
doch streichte immer der Vnderluft, vnnd
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erwekte zarten Reegen.
4
Den 26. Augusti. Regnete der Himmel in
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der Frühe mit allem Ernst. Her-
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nach gegen 7 Vhren besßerte es,
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vnnd ward allgemach heller, vnnd
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schöner Sonnen-Schein. Gegen dem
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Abend ist der Oberluft in der Tiefe
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gewesen, von oben aber der Vnderluft, welcher
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ein zimmlich dik Gewülk aufgestossen.
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Nach Mittag ist Herr Müller auch wider
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auf Cell verreisst, dann Herr Pater
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Marian war sonsten beschäftiget, vnnd
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könte also ihme Herrn Mülleren in seinem
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begehren kein Gnüegen thun. Eß
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seÿnd bald darüber auch vnßere Schnitter
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ab Schafrat ankommen, die Sichel-
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Henki erforderend: die ich ihne,
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laut des mit ihnen getrofenen Contracts
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geben lasßen, namlich 15 Pfund Fleisch,
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15a Quart Wein, 7,5 Pfund brodt.
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Sonsten hatt mich diser Schnitt zimmlich
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gekostet, namlich 41 Florin Schnitterlohn,
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darzu 2 Malter Kernen, vnnd 4 Viertel Ha-
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ber: item zum Einstand 14 Masß Wein
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vnnd 9 Pfund brodt, auch da sie mit mir
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accordiert, 1 Quart Wein vnnd brodt.
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Doch wann nur sie wohl gehauset, mag
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es noch alles ertragen. Es hatte
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der Anfang der Nacht ein meistes hellen
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Himmel

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.