Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

25. Juni 1698 · Seite 338v · Scan 702
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[338v] 1698
Zeilen 8–11
Iocus comedentium carnem vitulinam pro cervina.
(lat) Spass mit den Gästen, die Kalbfleisch für Hirschfleisch halten und essen.
Zeilen 26–29
Herderen consentit partiri feras in vicino territorio capiendas.
(lat) Herdern erklärt sich bereit, das in angrenzenden Herrschaften erlegte Wild gemeinsam zu teilen.

Transkription

Iunius.
1
Pater Dominico ankommen, vnß zubesuechen,
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zell auch invitiert: vnnd speisten heüt mit
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vnß zu Mittag, so ich für eine sondere Ehr
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gehalten. Ich liesß vnder anderem auch
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ein Pasteten aufstellen, darinn ein Stuk
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Kalbfleisch von einer Stozen verschlossen
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ware, welches vnßere Gäst für hirsch-
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Wildpräth geesßen, vnnd sich nit wollen
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persuadieren lasßen, das es Kalb-Fleisch
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were: vnnd weilen es ihnen trefflich ge-
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schmökt, hab ich ihnen ihre Meÿnung nit
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nemmen können: daran mir wenig gelegena.
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Machte doch vnß mehrmalen zu lachen.
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Nach geendetem Tisch kurzweilete man
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etwann eine Stund auf dem brett-Spihl,
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vnnd Schach, bis gegen 5 Vhren, da alle
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wider heimgangen. Wir aber verrichteten
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vnßere Schuldigkeiten etc. wormit es Ab-
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end worden. Eß regnete disen
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nach Mittag zum oefteren, vnnd tunderte
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auch etwas, aber nit streng etc. Saheb doch
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einem ernstlichen Wetter gleich, so doch,
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Gott höchster dank, ohne schaden abgeloffen.
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Vnder währender Mahlzeit kam ein Expresser
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bott von Herderen, ein brief von Herrn Patri
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Grosß Kelleren Patri Willhelmo Schindler vber-
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bringend, darinn er sich bedanktc für
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vnbersandten Particul von iüngst erlegtem
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Hirschen

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Unsichere Lesung.
c Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "f" durch "bedankt" ersetzt.