Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

17. Juni 1698 · Seite 326r · Scan 677
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[677r] 1698
Zeilen 7–9
Nostri famuli iterum dissidiosi etc. componentur.
(lat) Unsere Knechte sind wiederum zerstritten und sollen sich versöhnen.
Zeilen 22–23
Miseria in Clingencell.
(lat) Die Not in Klingenzell.

Transkription

Iunius.
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worden. Dermahlen hab ich ihnen
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(den dreÿen abgesandten burgermeist-
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eren) ein Quart Wein gegeben, die
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sie munter außgetrunken, dann sie
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waren sehr durstig; im Weegen
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aber haben sie nichts geforderet, vnnd
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ich ihnen auch nichts geben. Bald
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darnach, als wir zum Tisch gesessen
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(war nach 7 Vhren) seÿnd vnsere
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2 Karrer mit ein anderen stössig
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worden, vnnd der einte bluet-runstig vnnd
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herdfellig worden. Nach dem ich dessen
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bericht bekommen, hab ich sie vor mich
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beruefen, ihnen Fried gebotten, vnnd
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den Fräfel zustrafen angetreüwt.
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Den 17. Iunii. Wähete der Oberluft zimmlich
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ernstlich, vnnd iagte mithin so dik
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Gewülk vber vnß, daß wir andres
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nichts, als Reegen erwartet. Doch
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hatt es sich erwehrta, vnnd scheinte oefters
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die Sonne, vnnd war ein feiner tag.
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mir heüt wider sein Ellend, bettete, mich
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der Fuhr ferner beholfen zu seÿn, vnnd
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sein Wein in vnßeren Keller legen
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zukönnen, weilen die grosße Risß
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anders nichts hofen machen, als eß
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müsße alles den berg hinunder. Ich
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könnte anderst nit, als ein herzlich
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Mitleiden

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.