Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

15. Juni 1698 · Seite 323v · Scan 672
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Latein:
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[323v] 1698
Zeilen 29–30
Famuli nostri inpertis b etc.
(lat) Unsere Knechte benehmen sich ungehörig.

Transkription

Iunius
1
war alles gestandene schöne Wißwachs
2
geschlipft theils, theils verwüestet,
3
vnnd treüwete noch immer, tiefer zufallen.
4
Als eben wir dastuenden, fieng ein hinder
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dem Hauß stehende grosße Esch zusinken,
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so grad auf den berg hinunder in daß waldlin,
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so wider Clingenzell stehet, gefahren, bis
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es nit weiter kommen mogen. Die Scheür
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hatte hinderhalb daß Fundament meistes
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verlasßen, vnnd treüwete auch zusinken.
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Wesßwegen Herr Statthalter sie alligklich ab-
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deken vnnd erleichteren lasßen, darmit
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sie stehend gebliben, nechsten Morgen aber
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abgebrochen, vnnd ab dem Platz geführt
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worden. Daß Reebhäußlin ist hinder-
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halb von einem ab der Höfe hinunder auf-
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recht gesunkenen Nusßbaum einge-
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schlagen worden. Verbo, es war alles
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sehr verwüestet, vnnd scheinte, ob werde
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es noch nit gnug seÿn etc. Gott erbarme
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sich vnßer. Alß wir vber eine
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halbe Stund vnß dorten gesaumbt,
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vnnd alles mit grosßem Mitleiden besicht-
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iget, auch die Probstÿa vberal im Fund-
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ament visitiert, haben wir vrlaub
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genommen, seÿnd wider heimgangen,
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vnnd das Nacht Süpplin eingenommen.
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In der Nacht, etwas nach 10 Vhren, alß
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ich vnnd vnßere herren schon einge-
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schlafen, hatt vnßer Karrer bÿ den
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Knechten Händel angefangen: darüber
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mann

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition: "Pobstÿ" durch "Probstÿ" ersetzt. Irrtum des Autors.
b Unsichere Lesung.