Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

11. Juni 1698 · Seite 318r · Scan 661
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[318r] 1698
Zeilen 6–9
Dominus Baro de Gintelhart donat Patri Oeconomo ovem tenellam.
(lat) Der Herr Baron von Gintelhart schenkt Pater Statthalter ein Lamm.
Zeilen 24–27
Bos in Wydumhof nocturno tempore vulneratus, mactari debuit.
(lat) Ein Stier im Widenhof wurde in der Nacht verletzt und musste geschlachtet werden.

Transkription

Iunius.
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Camerada seiner vnweit von vnßerem hauß gewartet,
2
vnnd villeicht besßeren Effect gehofet, als
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aber er erfahren. Gott seÿe hechster dank,
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daß wir vnnd daß vnserige verwahrt ge-
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bliben. Als eben dißer Vogel auß
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dem Hauß gangen, seÿnd wider 3 oder 4 der-
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gleichen Argwönnische bettler, ganz wohl be-
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kleidt ankommen, welche vnßere Leüt ver-
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meint, schon gester hier gewesen seÿen: Mann
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gab ihnen daß Allmusen, vnnd weisste sie wider
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fort. Vmb 9 Vhren ist ein Magdt
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von Gintelhart dem Gnädigen Herren abgesandt,
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ankommen, mir von selbigem Gnädigen Herren
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Landshauptmann Baron von Beroldingen
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ein jung Lammer-Schäflin, so er mir ver-
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ehrt, vberbringend. Wormit er ein
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dank zuthuen gesuecht vmb daß neüwlich
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ihme verehrte welsche huen etc. so mich
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wohl gefreüwt: hab deretwegen es
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alsobald auf Schafrat geschikt mit anderen
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Schafen dorten laufen zulasßen. Gott ver-
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gelte es dem Gutthäter tausendtfeltig.
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Gleich vor 11 Vhren kombt Stabhalter Hanß
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Bach, sagend vnnd klagend, daß seinem
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Gnädigen Herren von Beroldingen auf dem Wÿdum-hoof
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in der Nacht ein Stier mit einem Messer
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oder Schwerdt gestochenb worden, das er den-
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selben nothwendig müsßen mezgen: Es
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habe der baur 2en Strolchen in der Scheür
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die Nachtherberig gegeben, habe den Arg-
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wohnen, dieselbe haben solchen dank hinder-
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lasßen.

Anmerkungen

a Ergänzung durch Autor am Seitenrand. Rekonstruiert: "Camerad" eingefügt.
b Unsichere Lesung.