Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

30. April 1698 · Seite 288r · Scan 601
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–3
[288r] 1698 Vernale tempus serum et tardum.
(lat) Der Frühling kommt verspätet und nur langsam.
Zeile 16
Annonæ ubertas.
(lat) Überfluss des Getreides.

Transkription

Aprilis
1
starken truken, daß Kirschi bluest
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noch nit vollig herauß, der Haber
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im Veld zimmlich fein, daß Korn
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meistes schön stuende, vsßert wo
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die rauhe Lüft zutringen mögen,
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war alles wie Kahl vnnd rauw etc.
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An beümen, auch buechen war noch
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wenig Laub, an birchen etwas mehr,
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an anderem vast nichts. Daß Graß,
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welches von iüngst wähendem kaltem
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OberWind stark hinderstellt worden,
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war noch gar schwach vnnd wenig etc.
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In summa, Mann hatt ein früeheren
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Graß-boden, auch alles anders früher
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erwartet, als aber es dermahlen
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zusehen geweßen. Kernen, Ha-
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ber, vnnd alle andern Frucht waren
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schie vnnwerd vnnd ein solcher Vber-
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flusß, daß auf dem Markt zu Stein
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sehr vill müesßen eingestellt werden,
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vnnd wie vor disem die Grempler den
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herrschaften nachgelofen, vmb Frücht von
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dennselben erkaufen zukönnen; also
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müessten hinwider iezt die herrschaften
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die Grempler aufsuechen, vnnd bitten,
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ihnen Frucht abzunemmen, vnnd könte
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mann so gar diße nit hinzubringen,
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masßen ich es selber erfahren, so daß
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kein Gelt wüsste zubekommen, die hauß-
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Nothwendigkeiten zu providieren etc.

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