Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

2. März 1698 · Seite 255v · Scan 536
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[255v] 1698
Zeile 15
Frigus
(lat) Kälte.
Zeilen 23–25
Exequiæ Patris Œconomi in Herderen.
(lat) Begräbnis des Pater Statthalter in Herderen.

Transkription

Martius
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ler. Also stehet es iezt an Freüw-
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denfels, daß auch selbiger Statthalter die
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allgemeine Schuld bezahle. Geschehe nunn
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was der Liebe Gott verordnet hatt. Ad
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modo benè. Auf die Nacht ist
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der Ober-Wind angestosßen, vnnd hatt bis
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am Morgen den sonsten ganz schön hellen
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Himmel ganz mit Nebel bedekt, vnnd
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die Nacht zimmlich vnrüehwig gemacht.
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Den 2. Martii. Fanden wir am Morgen
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alles erschröklich wie Stein vnnd Bein
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erfrohren; vnnd wähete der Oberluft
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beständig vnnd zimmlich ersntlich, bis
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in die Nacht. Herr Pater Marian vnnd ich
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wolten auf Herderen gehen, dem abgelebten
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Patri Hieronymo die lezte Ehr zuthun: Alß
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aber wir gleich ob dem Spyza-Äkerlin
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die dortige höche im Wald besteigen wollen,
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vnnd selbige zimmlich gefrohren angetrofen,
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so das Herr Pater Marian mithin entschlipft,
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ist ihme die Reiß verleidet, vnnd er wider
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zuruk, xxxb ich aber fort auf Herderen
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gangen, wo ich vmb halber 8 Vhren wohl
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ankommen. Ich condolierte selbigen herren
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den Todtfahl ihres Herrn Statthalters, gienge
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darnach meine Schuldigkeiten zuverricht-
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en; fande aber, daß Breviarius partem
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Hyemalem nit mehr hette, vnnd müsste
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also zu Verrichtung meiner Schuldig-
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keiten ein Breviarium von Herrn Statthalteren
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zu Clingenzell entlehnen. Alß ich
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hernach

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Nicht lesbar.
b Streichung durch Autor. Nicht lesbar.