Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

1. August 1697 · Seite 138r · Scan 295
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Zeile 1
[138r] 1697
Zeilen 22–23
Messis agrorum molendini.
(lat) Ernte auf den Mühlenäckern.

Transkription

Augustus.
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Den 1. Tag Augusti. Betrüebte von Morgen
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an ein Reegenlechtes Gewülk, mit Son-
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nenbliken vnnd zarten Spruzen abwechs-
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lend. Der vbrige Tag ist meistes
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sehr warm gewesen, wo der vnderluft, der
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sonsten fort vnnd fort gestrichen, nit
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hintringen mogen. Vnnd ist ein grosse
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Zahl Frucht den Tag zu Eschenz vnder das
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Tach kommen, dann männigklich sich des
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gueten Wetters beflisßen: So gar haben
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vill am Morgen bÿ anbrechendem Tag
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Korn-Gersten, vnnd Erbs-Garben zu-
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samen gesamblet, weilen die ganze Nacht
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ein zimmlich warmer Luft gestrichen,
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vnnd kein Tauw geweßen: hinwider der
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Himmel etwas zarten Spruz ausgosßen,
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darob männigklich Reegen-Wetter ge-
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mutmasßet, vnnd desßetwegen ieder seine
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Frücht einzusamblen gefürderet. Nach
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gends hette iedermann gewünschet, daß
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bis auf den Abend were geduldet worden.
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Ich liesß heüt beide Mülli Aker durch
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Ehrtagmen schneiden: hette auch gern
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selbige eingeführt: allein der Stieren
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Knecht wolte nit so gschikt seyn; die
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Karrer aber waren zu Eschenz im Ze-
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hendten. Auf die Nacht beziehete
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sich vnder sich der Himmel, plizgete vnnd
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tonderte, so wir blosß hören mögen:
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vnnd

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