Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

10. Juni 1697 · Seite 104v · Scan 228
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[104v] 1697
Zeilen 16–18
Moniales ex Gruenenberg pernoctant apud nos.
(lat) Schwestern aus dem Kloster Grünenberg übernachten bei uns.
Zeilen 25–26
Vites florere incipiunt.
(lat) Die Reben beginnen zu blühen.
Zeilen 30–32
Bubulci Eschenzii equum alterius violenter in aquas compulsum, aquis mergunt.
(lat) Viehhüter von Eschenz stossen das Pferd eines anderen mit Gewalt ins Wasser und ertränken es.

Transkription

Iunius.
1
Ihre hochFürstlich Gnaden giengen hernach wider
2
in Ihr Losament, bieteten mir Ihr Hand,
3
ich aber küsste den Saum Ihres Kleids, vnnd
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nam Vrlaub: gieng hernach zur Vesper,
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vnnder daß Volk, verrichtete meine
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particular andachten, vnnd bÿ Anfang com-
7
pletorii gieng ich nacher Hauß. Ich ver-
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meinte iemand von vnßerem Hauß-
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Völklin anzutrefen, ihme mein Mantel
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aufzugeben, aber der Laggeÿ war mir nit
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zufinden: Gieng also ich im Mantel biß
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zum Rhein, dorten, als der Schifmann mir
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gesagt, daß iemand hinüber were, vber-
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liesß ich ihme den Mantel, vnnd gieng
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nacher Hauß. Fand dorten zwei
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Klosterfrauwen auß dem Grüenenberg,
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so mich ad Festum Sancti Antonii dahin einzuladen
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ankommen. Sie verbleibten hier vber Nacht,
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nechsten Morgen aber kehrten sie von hier
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wider nacher Hauß. Eß ist heüt
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ein ganz warmer Tag geweßen,
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ein schöner, stiller Abend.
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Den 10. Iunii. Ist der Morgen schön, vnnd ein
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starkes Tauw geweßen, auch darüber
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ein edler Tag. Mann sagte mir
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heüt, daß die Reeben stark anfiengen
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zublühen, vnnd also ein guter Wein
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diß jahr wider zuhofen werde seÿn.
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Gegen 7 Vhren kam Hanß Freÿ vnnd
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sein Sohn Hanß Conrad, sich erklag-
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end, daß gestrigen Tag 3 Hüet-bueben
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sein

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