Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

31. Mai 1697 · Seite 97v · Scan 214
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[097v] 1697
Zeile 13
Siccitas Maii.
(lat) Trockenheit im Mai.

Transkription

Maius
1
mach auf Schafrat, fande das Veld meist-
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es gebrachet, vnnd in zimmlich guetem
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Stand alles, aber sehr trochen, vnnd
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scheinte nit nur dorten, sonder wo ich
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nachgends bÿ Felderen vmb her gangen,
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alles sehr dürr, vnnd beginnte daß
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Korn gegen dem boden an zu dorren,
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vnnd zu rothen: welches ein nit gutes
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Zeichen ist. Auf den Abend
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wähete der Oberluft, wie gemeldt, wider
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sehr kalt, vnnd war heller Himmel.
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Den ganzen Monat hindurch ist aller
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dings trochen, luftig, vnnd bis zu dem
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End ganz warm Wettera, vnnd den
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Trauben vnnd Reebstok erstlich ganz
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erspriesßlich Wetter bis zum End gewesen,b
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so das die Wein in starkem Abschlag
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kommen. Vnnd hofete iedermann
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ein guten Herpst, bis zu lezt, wo
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mann wegen der gar zu beständigen
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Lüften, vnnd gefallenen Reifen ein
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vnerwartete Stellung erfahren
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müsßen. Gott segne vnß vnnd
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alles gnädigklich.

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Rekonstruiert: "geweßen" durch "Wetter" ersetzt.
b Ergänzung durch Autor am Seitenrand. Rekonstruiert: "gewesen," eingefügt.