Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

26. April 1697 · Seite 76r · Scan 169
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[076r] 1697
Zeilen 28–29
Fructus vili pretio æstimantur.
(lat) Für das Getreide wird ein geringer Preis geboten.

Transkription

Aprilis
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Wittib vmb ihren Tisch vberein kommen:
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vnnd solten sie ihme dorten die ange-
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fangene Leviten Rök mit Gold vnnd
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Silber faden expedieren. Er wendetea
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zwar vor Angustiam vnßers Haußes
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iedoch machte ich vnnd andere darüber
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vill Gedanken: welches hiemit dem lieben
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Gott heimgestellt ist. Nach Mittag
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fienge ein nit starker VnderWind an zu-
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wähen, welcher sehr trüeb Gewülk
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gegen Nidergang aufgestosßen, plizgete,
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tonderte vnnd regnete mithin zartlich,
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doch trösteten wir vnß eines besseren.
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Vnnd gieng darüber auch die Nacht mit
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etwas sausendem Vnderwind, vnnd
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hinabfallendem zartem Reegelin, lieblich
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ein.
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Den 26. Aprilis. Ist ein trüeber, stiller, nit kalter
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Morgen eingangen: hernach scheinte die
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Sonne ehrlich, bis gegen 2 Vhren, da von
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Vndergang ein dik schwarzes Gewülk
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entstanden, vnnd mit zimmlich brausendem
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VnderWind ein zartes Reegelin
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ankommen, welches nit lang gewährt,
25
aber der Wind continuierte bis in die Nacht
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etwas mehr als nur ein Schonluft.
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Herr Pater Dietlandus vnnd ich spazierten nach
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Mittag auf Eschenz, visitierten den
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Spicher, vnnd vermeinte ich etwas Ha-
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bers zuverkaufen, aber mann bietete
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mir auf ein Malter nur 2,5 Gulden ich hin-
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gegen wolte das erlasßen per 2,75 Gulden vnnd
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könte doch nit außmarkten. Gieng dar-
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vber

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.