Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

7. April 1697 · Seite 64v · Scan 146
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[064v] 1697

Transkription

Aprilis.
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daß sie hienachten Abend darmit abfahr-
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en möchten. Ich wüsste anfänglich nit,
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daß sie Evangelischer Sect weren, vnnd wolte
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ihnen den hochen Fest-Tag vorbilden, in Meÿn-
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ung, sie für sich selbst von solchem vn-
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förmlichen begehren abstehen sollten. Nach
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dem aber sie noch sterkere Instantias ge-
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macht, befragte ich sie, was Religion
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sie weren? Vnnd als sie bekennt, Evan-
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gelisch zuseÿn, fragte ich widerumb, ob sie
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an ihrem Ostertag solche Sachen bÿ ihren
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vorgesezten erhalten könnten? Sie redten
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darüber nit directè, sonder sagten, sie seÿen
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bÿ dem Landtgrichtsdiener gewesen,
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welcher ihnen gesagt, das es auf mornd-
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erigen Tag (Oster-Monntag) noch
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vill schwärer werde zugegeben können
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werden. Worvon ich Vrsach genommen,
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vnnd gesagt, wann der OsterMonntag
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solche Difficultet hette, wie vill mehr
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soll der Heilige OsterTag bedenkens haben?
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Schlagte hiermit ihnen ihr begehren
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rund ab: Meinetwegen aber möchten
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sie auf Mornderigen Oster-Monntag
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nach geendetem Gottsdienst fahren,
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wohin sie wollten. Sie fragten
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mich darauf, ob ihnen nit möchte ver-
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gunt werden, die Schweÿn auf die brach
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zutreiben: darüber ich wider geantwort-
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et, wann niemand anderst es wehre,
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mögen sie meinetwegen es wohl thuen.
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Wormit sie von mir hinwek xxxa
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gangen. Der Abend ist meistes
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hell, frisch vnnd still gewesen.

Anmerkungen

a Streichung durch Autor. Unsichere Lesung: gehen.