Transkription
1
zur Vesper zu leüten, stuenden wir vom Tisch
2
auf, vnnd gegen halber 4 Vhr machte ich
3
das Valete, vnnd reitete nacher Freüwden-
4
fels, wo ich vmb halber 5 Vhr glüklich an-
5
kommen. Ich erfahrte dort, das Liebe
6
Gäst vorhanden weren, namlich Reverendus Pater Maria-
7
nus, der mit seinem diener schon am Mittwochen
8
Abendts angelangt, vnnd heüt nacher Eschenz
9
geritten, den Celler Wein, der an aseinen
10
Reeben, die mann von seiner Frau Mutter
11
seelig erehrbt hatte, zu versuechen. Alß
12
ich vnder desßen mein Metti vnnd anders ge-
13
betten, ist er endtlich ankommen, desßen ich
14
mich sehr erfreüwt, vnnd ihne gleich bene-
15
ventiert etc. Mit ihme ist auch ankommen
16
vnßer Secretarius Kreüwel, welcher den
17
Tag von Diessenhofen, wo er einer Hoch zeit
18
bÿgewohnt, hie har zu vbernachten
19
sich verfüegt. Eß ist auch in meiner
20
Abweßenheit vnßer Reverendus Pater Gallus Göldlin
21
hier geweßen, der mich vermeint zu be-
22
suechen. Nach demme aber er mich nit ange-
23
trofen, ist er bloß vbernachtet, vnnd
24
gleich auf Münsterlingen1 geritten,
25
dorten vnnd anderstwo zu thuen, was
26
er befelcht ware. Mich mortificierte,
27
daß ihne nit angetrofen, vnnd wolte
28
ich ihme gern als meinem Lieben Mitbruder
29
aufgewartet haben. Vnder dem
30
NachtEsßen vnnd sonsten vername ich von
31
Herrn Patri Mariano, wie es zu Münsterlingen
32
mit