Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

30. Juni 1690 · Seite 230r · Scan 471
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[230r] 1690
Zeilen 9–10
Renhardi Roth Debita examinantur.
(lat) Die Schulden des Renhard Rot werden berechnet.
Zeile 15
Eius fuga noctu.
(lat) Seine nächtliche Flucht.
Zeile 28
Haustus affertur etc.
(lat) Es wird ein Trunk gereicht.

Transkription

Iunius
1
selbige für dißmahl aufgestekt, vnnd nur
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die Heilige Mesß geleßen. Nach
3
Mittag hatt gegen 4 vhr oder etwas darnach
4
der Himmel sich wider stark verfinsteret,
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getonderet, vnnd geregnet, doch ohne Plazen.
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Es scheinte sonsten einem gar strengem Wetter
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gleich, welches der gütigste Gott gnädig-
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klich abgewendt.
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30. Iunii. Müsste ich ersten dem Meister Renhard
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Roth Lißmeren adie Aufrechnung halten lasßen,
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bÿ deren er in die 100 Florin mehr schuldig
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geweßen, als er Zahlen können. Er ist
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neüwlich, vnzweifenlich damit er diß
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Ellend nit selbsten vor Augen sehen
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müsste, bÿ Nacht vnnd bÿ Nebel, auch so
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gar vnwüsßend seiner Haußfrauwen
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wekgezogen, vnnd soll bin Meÿland gedinget
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haben. Etc. Kan wohl Soldat seÿn, weilen
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er sonsten nichts hatte. War ein lieder-
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licher Mann, vnnd müsste die Arme
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Wittfrauw mit den Kinderen, deren sonder-
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bahr eines gar ellend, in den Bettelstab,
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daß so gar sie nit ein Bettlin für sich vnnd
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ihre arme Kinder darvon gebracht.
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Nachgendts, als wir mit dißer Arbeit
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vmb Mittags zeit fertig worden, haben wir
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ein Trunk genommen, so Hanß Bach cauß des
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Junkeren von Beroldingen seinem Keller
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herfür gegeben, vnnd ein Esßelin Fisch,
30
welche Schreiber Rüedi vnwüsßend meiner
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bÿ

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Korrektur durch Autor im Text. Rekonstruiert: "soll" eingefügt.
c Korrektur durch Autor im Text. Rekonstruiert: "Bach" eingefügt.