Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

29. Oktober 1689 · Seite 138v · Scan 282
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Marginalien dieser Seite

Marginalie
[138v]
Zeile 1
1689
Zeilen 4–5
2. Difficultas villici fidelis reperiendi.
(lat) 2. Die Schwierigkeit, einen treuen Lehensmann zu finden.
Marginalie
Illustrissimus scit Villicum fidelem.
(lat) Ihre Fürstlich Gnaden kennt einen treuen Lehensmann.

Transkription

October.
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könten etc. dergleichen mehrere Argu-
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menta warden auf den Ban agebracht, daß
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mann allerseits nit geringe bedenken
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machen müsßen. Nit weniger
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war bedenklich, was mann für einen
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Lehemann sollte anstellen: dann sollte einer
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seÿn, der nichts hette, were dem Gottshauß
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zimmlich Gefahr, ob esb nit xxxcetwas zu ver-
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liehren wurde haben, weilen mann einem
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solchem gar vill anvertrauwen müsste,
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ehe das er einigen Nutzen auß dem Feld
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zu erwarten: wenn auch ein Haüptlin
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Vych ihme hinfallen sollte, müsste mann
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ihm wider bÿspringen; in gleichem wenn
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ein vnfruchtbar jahr, oder ein Hagel
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die Frücht im Veld verderbte, wer wider
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ihme zuhelfen: vnnd endtlich nach verfliess-
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ung der jahren hette ein solcher Lehe-
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mann nichts, wormit er dem Gotts-
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Hauß seine Schuld abrichten könnte.
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Sollte aber ein anderer seÿn, der mit
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Mittlen hindersezt were, were diser
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schwärlich zu finden: dann einer, der
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eigene Mittel hatt, wirdt dise lieber an
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sein eigenes, als an ein frömbdes an-
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wenden wollen, vnnd hiemit ein solcher
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schwärlich zufinden seÿn. Etc.
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Auf solche Argumenta meldeten endtlich
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Ihre Fürstlich Gnaden, daß sie einen wüssten,
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welcher wohl hindersezt seÿe, vnnd bÿ
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demme

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Ergänzung durch Autor im Text. Rekonstruiert: "es" eingefügt.
c Streichung durch Autor. Unsichere Lesung: sie.