Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

21. Juli 1689 · Seite 105v · Scan 216
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
105v 1689
Zeile 5
Prandium.
(lat) Mittagessen
Zeilen 11–14
Conferentia cum Dominis Cellensibus, de Intributione bonorum Reverendi Patri Mariani.
(lat) Besprechung mit den Ratsherren von Radolfzell über das Abzugsgeld der Güter des hochwürdigen Pater Marianus.
Zeilen 20–21
Exigunt multam Summam.
(lat) Sie fordern eine hohe Summe.
Zeilen 27–28
Pater Marianus inde profectus.
(lat) Daraufhin brach Pater Marianus auf.

Transkription

Iulius
1
zeigten zu den Capuzineren, begrüssten Patrem
2
Guardianum, laßen Mesß, vnnd verrichteten
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vnßer Gebett, da inzwüschen auch Pater Marian
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ankommen, vnnd vnß widerumb in sein
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Hauß begleitet. Dorten sizten wir et-
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was früher Zu Tisch, vnnd namen das Mittag
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Mariani auch bygewohnet. Nach Mittag
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gegen 2 Vhren warden wir in Herrn Burgermeisters
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Freÿen Hauß abgeholt, wo Er neben Herrn Bur-
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germeister Müller vnnd anderen 3 oder 4 von
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dem Cellischen Raht Deputierten vnser war-
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teten. Dorten traktierten Wir mit ihnen
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vmb den Abzug Patri Mariani Erbguts, den
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sie nit nur den 10.ten Pfennig, sonder auch den
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Fünften, ia gar den dritten prætendierten,
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welches vnß sehr schwär gefallen. Doch aber
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mit Vorwand einer höflichkeit wolten
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sie nit so gnauw nachen rechnen, sonder præ-
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tendierten vber haupt endtlich 600 Florin Capi-
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thal vnnd darüber 100a Reichsflorin. Liesßen
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doch endtlich die 100 Reichsflorin noch fallen,
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vnnd consentierten nach langem Streit auf
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600 Florin Capithal, welche die Oberkeit der Erb-
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schaft verzinßet hatte, vnnd 100 Reichs-
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florin paares Gelts. Herr Pater Marian
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vermeinte, diß gar Zu vill (vnnd wir
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selbsten wolten vns lang wehren) vnnd
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wollte derentwegen so xxxb gar nit mehr in
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die

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "200" durch "100" ersetzt.
b Streichung durch Autor. Nicht lesbar.