Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

29. Mai 1689 · Seite 85v · Scan 176
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Zeile 1
[085v] 1689
Zeilen 15–17
Dominica Pentecostes domo non egreditur Pater Iosephus.
(lat) Am Pfingstsonntag verlässt Pater Joseph das Haus nicht.
Zeilen 20–21
Infirmatur, et exinde secuta miseria.
(lat) Er ist krank und darauf folgte Übelkeit.

Transkription

Maius.
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gation, welche gute Operation gehabt. Gegen
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9 Vhren kam Johannes Leüti, Öpfel Schnitz
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vnnd byren Zu laden, die ich gegeben: darnach
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filtzete ich ihne gar ernstlich, das er die mir
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so teür versprochene bezahlung für den
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Haber nit abgerichtet, derentwegen ich gester
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grosße Vngelegenheit leiden müsßen. Etc.
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Abendts, da ich schlafen gangen, nam ich wider ein
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von vnßerem Herrn Medico mir verschriebene
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Bolum ein, vnnd legte also mich Zur Ruhe.
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29. Maii. Am Fest der Heiligen Pfingsten bin ich
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am Morgen nit wohl aufgestanden, vnnd war
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mir sehr trümmlig: Ich war gesinnet, den
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Tag nacher Öeningen zum Gottsdienst zu-
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gehen; so dörfte aber ich nit mich hinauß wagen,
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sonder rüstete mich, hier mein Heilige Mesß zu-
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leßen; es regnete beneben gar stark etc.
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Nach demme ich mit der Mesß fertig, vnnd vast
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ein halbe Viertel Stund darnach, hab ich
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mir ein Brüelin geben lasßen; als aber ich
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den ersten Löfel genommen, ist mich gleich das
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Hertz Wasßer angestosßen, darab ich er-
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schroken in mein Zimmer gangen, dorten vnwillen
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müsßen: vnnd weilen ein so kurze Zeit von
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der Heiligen Mesß angestanden, erschrekte es mich
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sehr, sonderlich weilen Species Sacramentales in
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so kurtzer Zeit nit wohl mögen im Magen
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verzehrt werden: masßen dann der Augen-
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schein gegeben. Derentwegen ich die ganze
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Materiam in Sauber Papÿr aufgefasßet,
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in ein Sauber leinin Tüechlin eingewik-
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let, zum Tröchnen gelegt, damit selbiges
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seiner Zeit verbrennen, vnnd in Sacrarium
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werfen

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