Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

19. August 1688 · Seite 571 · Scan 582
Hervorheben:
Latein:
Ansicht:

Marginalien dieser Seite

Marginalie
[571]
Zeile 1
1688
Zeilen 5–6
Creditur Monstrantia utiliter vendenda.
(lat) Man befindet, dass der Verkauf der Monstranz nützlich sei.
Zeilen 12–13
Dominatus Sonnenberg an vendendus videntur.
(lat) Ob die Herrschaft Sonnenberg verkauft werden solle.
Zeilen 25–26
Fœndi cuiusdam in Sonnenberg emptio an facienda.
(lat) Ob ein Lehen auf dem Sonnenberg gekauft werden solle.

Transkription

Augustus.
1
Preÿss zu verkaufen, fragen Seÿe, ob mann
2
nit geheisßen wurde, solches zu thun, vnnd das
3
derentwegen diß auf mornderigen Tag vor Ca-
4
pitul soll gebracht werden? Alle anwe-
5
sende Patres waren einhellig, vnnd vermeinten
6
als ia, das im Fahl die Monstranz wohl könte
7
verkauft werden, vnnd zumahl diß nit mit
8
Gefahr einer VnEhr, sonder mit Reputation ge-
9
schehen könte, wie dann der Vorschlag auf Rom
10
oder an ein Cardinalen seye, solle die Gelegen-
11
heit nit verabsaumbt werden.
12
13
zu Freüwdenfels neüwlich geschriben, das ein
14
Zollikhofer gefragt, ob die Herrschaft Sonnen-
15
berg nit feil were? Ob dißer sich erbietende
16
Käufer ein Catholischer seÿe? Denn einen
17
Luterischen diße Herrschaft zu verkaufen, were
18
gar vbel gethan. Pater Pius wüsste nit zu-
19
sagen, ob dißer Luterisch oder Catholisch were,
20
muthmasßete aber, er Lutrisch seÿn wurde.
21
Vber welches wider discurriert worden, das im
22
Fahl die Monstrantz könte verkauft werden,
23
mann der Herrschaft Sonnenberg nit gedenken
24
solle, sonder in desßen Gedult tragen.
25
Pater Antonius ziehetea endtlich an, das das Lehen
26
auf dem Immenberg bÿ Sonnenberg xxxb wer-
27
da nechstes auf fählig werden, dem Gotts-
28
Hauß aber zu seinen Güeteren gar treflich
29
wohl gelegen were, ob Ihre Fürstlich Gnaden Ihren
30
möchte

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Streichung durch Autor. Nicht lesbar.