Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 6

20. Januar 1687 · Seite 13 · Scan 24
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Marginalie
[013]
Zeile 1
1687

Transkription

Ianuarius.
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achtete er, das beste seÿn werde, das andere Leüt
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desßen auch berichtet, vnnd zu hilf geruefen
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wurden. Vnnd weilen er seine Stueten Sit Licentia grad
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nechst im Gaden hirtete, sezte er sich auf eine,
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reitete, so stark nur der dike Schnee es lei-
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den möchte, fürwerts, vnnd mahnete die Nach-
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paren auf, dem Vbel Zuhilf zu kommen, vnnd denna
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auch endtlich kam er gegen 1 Vhren nach Mittag zum
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Gottshauß, wo er erstlich den Senn, hernach
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mit ihme vnßeren Patrem Statthalteren berichtet, wor-
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inn der handel gestellt. Vnder desßen haben sich
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die benachbarte eilfertig, so gut auch ein ieder
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gekönnt, dahin bemühet, vnnd geholfen, den
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vnder dem Schnee ligenden Vÿch zu helfen, befanden
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aber mehr nichts lebiges, als dreÿ Geisßen,
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deren einer das horn, der anderen ein bein,
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der dritten etwas andres abgeschlagen oder plessiert
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ware, also das keine mehr für sich selbsten gehen
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könnte. Dißere alle, mit sampt den anderen,
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welche im vorderen Gaden xxxb verstallt ge-
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weßen (darbÿ sie nit weniger, als bÿ dem hin-
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deren sich gefuhret befanden) führten sie furwerts
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in des Kürzis Schweÿg, sampt den dorten gestande-
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nen zweÿen jungen Sit Licentia Stueten, vnnd entfüer-
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ten also sie der Gefahr: die vbrige aber grabten
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dem Veÿch im vertrukten Gaden weiters nach,
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fanden aber nichts mehr lebiges, sonder alles todt
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vnndt zertrukt, vnnd waren den mehreren
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die Kettenen am halß zerrisßen vnnd zerzehrt.
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Pater Statthalter ordnete also bald ettliche der Knech-
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ten, so bÿ hauß waren, dahin zugehen, vnnd hilf
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zu thun, gab ihnen auch Rosß auß dem Marg-
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stahl, damit sie desto fürderlicher dahin kommen
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möchten.

Anmerkungen

a Unsichere Lesung, evt. 'dann'.
b Streichung durch Autor. Unsichere Lesung: sich.