Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

9. November 1698 · Seite 428r · Scan 885
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–3
[428r] 1698 Reverendus Dominus Electus quaerit de mea transmigratione.
(lat) Hochwürden Herr Electus befragt mich zu meiner Abreise.
Zeilen 27–29
Michaël Dietrich ex Cell frustra exspectatur.
(lat) Michael Dietrich aus Radolfzell wird vergeblich erwartet.

Transkription

November.
1
Icha hatte gestert ein Schreiben von vnserem
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Neüwen Herrn Electo empfangen, darin
3
er verlangte zu wüsßen, wann doch
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ich ohne sonderlichen des Gottshauses Schad-
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en möchte von hier verreißen mögen.
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Ich antwortete, des Nuzens halber
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ich alle Stund abreißen könne, dann
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ich seÿe ein vnnutzer Knecht. Verhofe
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doch meine Gescheft bis zu End dises Mo-
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nats dergestalten richtig zumachen,
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daß bis dahin zu reißen ich wohl werde
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Zeit haben: allein hernach möchten sich
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Mehr herfür thuen, dann die vnder-
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thanen werden nit gern wollen ohne
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Oberkeit seÿn. Mir aber werde das
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liebste seÿn, wenn ich werd können
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im Kloster verbleiben, vnnd meine noch
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vbrige wenige tag dorten zubringen etc.
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Es hatte vnßer Reverendus Dominus Electus einen
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Expressen gesandt. Ich hatte aber eben
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diser tagen durch Jacob Curriger schon
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vorhero eben dises pro primis precibus
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begehrt, vnnd glaube, das eben an
24
dem Tag er mein Schreiben werde em-
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pfangen haben.
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Den 9. Novembris. Ist ein feiner Tag, nach
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zimmlich windiger Nacht gefolget.
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Ich erwartete heüt den Michael Dietrich
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von Cell, so iüngst gesagt, heüt er-
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scheinen wolle, vnßere Reeben zu Cell
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mir abzumarkten. Er ist aber nit
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kommen, ohnzweifenlich, weilen er ge-
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sorgt,

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Nicht lesbar: "Ich" eingefügt.