Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

13. Juli 1698 · Seite 350v · Scan 726
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[350v] 1698
Zeilen 8–10
Etiam Pater Oeconomus Clingencellensis nobiscum prandet.
(lat) Auch Pater Statthalter von Klingenzell isst mit uns.
Zeilen 21–24
Veldbacum ad festum S. Florae nostri venire non posse, probant.
(lat) Die Unsrigen legen dar, dass sie zum Fest der heiligen Flora nicht nach Feldbach kommen können.

Transkription

Iulius.
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Herrn Decani durch seinen Botten vernommen,
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ist er vmb 10 Vhren hier angelangt, gleich
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zur Heiligen Mesß, welche Herr Pater Benno annoch ver-
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richtet gangen, hernach mit Herrn Decano ein
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vertrauwliches Gesprech gehabt, mit vnß
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zu Mittag gespißen, vnnd erst gegen 5
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Vhren von hier wider verreist. Wir hatten
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bÿ vnß am Tisch, welcher sich wegen seiner
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iezmahligen Noth recommendiert, vnnd nach dem
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Tisch mit Herrn Baron wider abgereisst. Der
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Himmel ist heüt wider oefters zimmlich wohl
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sonnig geweßen, mithin, stark gewülkt,
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sonderlich gegen 6 Vhren,vnnd folgte hernach
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ein zartes Regelin, so in die Nacht conti-
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nuiert: welche ganz still vnnd rüehwig ge-
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wesen.
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Den 13. Iulii. Fand wir am Morgen trueben,
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regnenden Himmel, vnnd war sehr nasß.
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Darzu bÿ mehrerem Tag ein frischer Vnder-
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luft gestosßen, welcher den Reegen vergröss-
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eret. Weilen die Frauw Abbtÿßin
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zu Veldbach1 vnß iüngst auf ihr heütige
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S. Floræ solemnitet schriftlich eingeladen
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vnnd aber sich nit gezimmen wollen, das wir
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wir den Herrn Decanum verlasßen sollen, seÿnd wir
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alle hier verbliben. Ich schikte aber ein
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Schreiben dahin, mit demme ich vns sambtlichen
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entschuldiget, nit zweiflend, dise Vrsach werde
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ange-

Anmerkungen

1 Die 1256 erstmals erwähnte und 1848 aufgehobene Zisterzienserinnenabtei Feldbach lag in der Gemeinde Steckborn im heutigen Kanton Thurgau.Bibliografie