Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

20. Juni 1698 · Seite 332v · Scan 690
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[332v] 1698
Zeilen 5–7
Communitas praetendit a molitore onus ingressus (Einzug).
(lat) Die Gemeinde beansprucht vom Müller den üblichen Einzugsbeitrag.
Zeilen 16–18
Respondetur eum non teneri, nostri gratis dare velit.
(lat) Es wird geantwortet, dass er dazu nicht verpflichtet sei, sondern nur freiwillig etwas geben könne.

Transkription

Iunius
1
Ich soll hier nit vergesßen zumelden,
2
daß burgermeister Johannes Diener
3
iüngst bÿ mir geweßen, andeütend,
4
daß die Gemeind wegen iüngst ge-
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habter Arbeit im Wägen künftigen
6
Monntag gewillet were ein Gemeind-
7
Trunk zuthuen, dahin vnßer Müller
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in der Oberen Mülli auch ersuecht soll
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werden. Vnnd weil dann die herrschaft
10
die Mülli hette, wolte er diß mich
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vormahnen, vnnd vernemmen, ob ich
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darbÿ wolte content seÿn. Ich
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antwortete, daß mich zu Frauwen-
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feld Raths erholet, da mir zur Ant-
15
wort worden, daß wann ein herr-
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schaft einen Lehenmann, der nur
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bestandts Weiß ein hoof, Mülle, oder
18
andere Güeter besize vnnd innehabe,
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in ihr eigen Guet einseze, seÿe ein
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solcher der Gemeind weder Einzug
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noch SatzGelt schuldig. Also weilen
22
der Müller die Mülli bestands Weiß
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von der herrschaft habe, habe ein Ehr-
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sambe Gemeind Eschenz vona ihme
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weder Einzug noch Satzgelt zuforderen.
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Eß wirdt, sagte er, ein starkes murr-
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en vnder den burgeren geben, seitenweilen
28
weilen sein Vorfahrer vnder der Wind-
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hauserin (da sie die Mülli besesßen)
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vnnd in gleichem die VnderMülli,
31
so

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition: "von von" durch "von" ersetzt. Irrtum des Autors.