Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

31. Mai 1698 · Seite 308r · Scan 641
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[308r] 1698
Zeilen 6–7
Organum novum artificiale.
(lat) Eine neue kunstvolle Orgel.

Transkription

Maius.
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Mittag fiel ein feiner, zimmlich starker
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Spruz bis gegen 4 Vhren, wo es wider ein-
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gehalten, still, vnnd gewulket gewesen.
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Eß zeigte heüt vnß Johann Jacob Maÿr,
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(dann also heisste er sich, vnnd schreibte
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neüw kunstlich kleines ohngefahr 2
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Spanen langes, etwas zu einer Spanen
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breites vnnd hoches Orgelwerklin,
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bÿ welchem er mit einem Wirbel 8
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schöne Stüklin aufmachen können, alles
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getriben von einem Wendel-beümlin, an
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welchem ÿsßernea Negelin daß Clavier
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trukten, vnnd das blaßbalglin getriben
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worde. Thönte ganz lieblich, hatte 12
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Clavenb, vnnd war wohl gestimbt. Vnser
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ganz haußvölklin laufte hinzu, es zu-
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sehen, vnnd hatten darbÿ ihr Kurzweÿl.
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Ich liesß ihme ein Trunk, vnnd 15
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Kreuzer Allmusen geben, darumben er eben
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höchlich gedanket, vnnd nach geendetem
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Reegen seine Reiß weiter ob sich
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gefürderet.
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Dißer ganze Monat war meistes
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nasß, trüeb, vnlustig; worvon
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dem baumbluost vill Schaden geschehen,
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die Reeben ganz stekend gebliben,
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also das mann dato noch wenig grüen-
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es daran sehen können. Daß Graß
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ist

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Unsichere Lesung.