Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

5. November 1697 · Seite 195v · Scan 412
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[195v] 1697
Zeile 18
Dominus Ryepli discedit.
(lat) Herr Rüpplin bricht auf.
Zeilen 22–25
Præfectus in Steinegg terminos sui dominii mirè extendere tentat.
(lat) Der Obervogt von Steinegg will die Grenzen seiner Herrschaft auf sonderbare Weise ausweiten.
Zeilen 30–33
Ostenditur ei, ius Eschenzium violatum in expeditione litterarum emptitiarum.
(lat) Es wird ihm aufgezeigt, dass das Recht der Eschenzer, Kaufbriefe auszustellen, verletzt wurde.

Transkription

November.
1
nit beleidigte, wollte ich vill ehender
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mit ihme mundtlich vnnd in Freündtlich-
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keit conferiert, als aber mit dem Rechten
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gegen ihme verfahren seÿn. Allein er
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hatt es selber also wollen: vnnd hab ich ihme
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nechster Tagen ein fründtliches Schreiben
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darüber gemacht, vnnd gebetten, zum besseren
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zuverstehen etc. Das Gricht continuierte
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bis vmb 6 Vhren Abends, da wir in der
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Finstere heimgeritten etc. War der
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Himmel alligklich bedekt, milt, vnnd bald
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wider meistes hell, vnnd still.
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Den 5. Novembris. Ist ein edler Tag gewesen,
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doch gegen dem Abend fieng ein nit kalter
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Vnderluft an zuwähen, der sich bÿ gleich-
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wohl hellem Himmel immer vnnd immer
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nam vmb 8 Vhren nur ein Brüeli,
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vnnd reitete wider nacher hauß.
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Ich hab gester vergesßen, das Herr Ober-
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Vogt von Steinegg gegen 3 Vhren auf
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Eschenz kommen, vnnd mich auß dem
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Gericht geruefen, mir ein besigleten
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Pergamentenen Brief weisend, welcher
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100 Gulden auf dem so genannten Gütlin
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bÿ Schafrat einhaltete, vnnd aber zu
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Stammheim1 vor selbigem Gericht auf-
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gesezt, von selbigem Landtschreiber ge-
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schriben, vnnd vom OberVogt zu Stein-
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egg gesiglet ware, da doch das Güet-
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lin in Eschenzer Grichten gelegen,
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vnnd dessetwegen vor selbigem Gerichts-
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Stab

Anmerkungen

1 Stammheim war von 1464 bis 1798 eine Zürcher Vogtei, welche die heutigen Gemeinden Ober- und Unterstammheim sowie ab 1501 Nussbaumen umfasste.Bibliografie