Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

14. Oktober 1697 · Seite 179v · Scan 380
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[179v] 1697
Zeilen 6–7
Ficedulae cum alaudis captae.
(lat) Schnepfen und Lerchen werden gefangen.
Zeilen 25–27
Pater Oeconomus mittit alaudas in Oeningen.
(lat) Pater Statthalter schickt die Lerchen nach Öhningen.

Transkription

October.
1
vnßerer Torkel vnß wenig, oder gar
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nichts wirdt ertragen haben.
3
Den Tag haben vnßere Jeger mir nit
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allein Lerchen, sonder auch 2 Rietschnepfen
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gebracht, die sie in dem Werf-Garn
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vergangene Nacht gefangen. Eß
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ist zwar mehr, aber nit oft ihnen solch
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Glük widerfahren: Mich freüwete es, dann
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dergleichen bÿ vnß ein ganze Raritet
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ist etc.
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Den 13. Octobris. Ist der Tag ganz trüeb durch
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gangen, sonderlich am Morgen. Nach Mittag
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hatt die Sonne etwas bliks gegeben,
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vnnd fein Wetter gegeben, aber von frischem
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vnderluft. Ich vermeinte heüt auf
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Schafrat zu gehen, dem Gebeüw durch den
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Zimmermann Meister Niklaus Egger in etwas
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helfen zulasßen. So hatt aber mir vnßer
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Stabhalter erbieten lasßen, das ein Schaf-
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hauser werde kommen, mit mir vmb Korn
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zuhandlen, bin ich bÿ hauß gebliben: vnnd
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ist doch diser endtlich nit erschinen: so mich
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nit wenig mortificiert. Nach
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Mittag schikte ich durch vnßere Magdt
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Herrn Decano zu Œningen1 zwei, vnnd der
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Frau Verwalterin ein duzet Lerchlin,
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darmit ich ganz wohl ankommen etc.
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Den 14. Octobris. Ist der Morgen nasß, vbriger
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Tag still, trochen, vnnd nit kalt gewesen,
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vnnd wahete schier beständig ein vnder-
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luft, die Sonne aber sachen wir wenig.
32
Den 15.

Anmerkungen

1 Das 1155 erstmals erwähnte und zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgehobene Augustiner Chorherrenstift Öhningen lag in der gleichnamigen Gemeinde im heutigen Bundesland Baden-Württemberg (Deutschland).Bibliografie