Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

28. September 1697 · Seite 169r · Scan 357
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Latein:
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[169r] 1697
Zeilen 11–13
Pater Œconomus in Cell Vineas Monasterii videt.
(lat) Pater Statthalter von Zell besichtigt die Reben des Klosters.
Zeilen 26–27
Vindæmia in Cell cœptæ.
(lat) In Zell wird die Weinlese begonnen.

Transkription

September.
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Den 27. Septembris. Ist nach vngestümmer, mit
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Reegen vermischter Nacht, auch vngestümm-
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er Nasßer, vnlustiger Morgen erfolget,
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auch ein solcher Tag durch vnnd durch ge-
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bliben. Eß hatt mithin der Himel auch
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Risel, aber ganz zart, vnder dem Reegen
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abfallen lasßen etc.
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Den 28. Septembris. Fanden wir am Morgen
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meist hellen himmel, aber beständigen starken
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Vnder Wind. Ich fahrte vmb halber 7
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Vhren, mit Mesmer Johannes Diener vnnd
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seinem Sohn auf Cell, da wir vmb 9
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Vhren ankommen, vnnd alsobald vnßerem
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Hauß zugangen: darinn ich niemand an-
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getrofen, als Herrn Schrothen sein kleines
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döchterlin, welches mir seinen Vatter
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in Reeben zuseÿn angezeigt. Ich be-
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sichtigte das hauß, vnnd erfahrte, das
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der Mangel am Tach etc. wohl erbesser-
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et: Gieng darnach in vnßere Reeben
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hinauß in das Stirz-Grüth, fande in
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selbigem alles wohl bestellt, vsßert
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das das ienige, was der starke Hagel
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im Sommer getrofen, alligklich erdohret,
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theils erfaulet: im vbrigen waren
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der Trauben ganz vill, vnnd hattea mann
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hiermit ein zimmlich reichen herbst zu-
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hofen. Wir fanden alles würklich
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im herbsten, dann sie sagten, das sie
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gestrigen

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Rekonstruiert: "machte" durch "hatte" ersetzt.