Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

25. Juni 1697 · Seite 114r · Scan 247
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[144r] 1697
Zeilen 11–14
Dominus Baro de Beroldingen expetit à nobis in famulum, Peregrinum Huober.
(lat) Der Herr Baron von Beroldingen bittet uns, ihm Peregrin Huber in Dienst zu geben.
Zeilen 24–25
Bachman cupit emere frumentum.
(lat) Der Bachmann will Getreide kaufen.
Zeilen 29–30
Sed non conceditur emptio.
(lat) Aber der Kauf wird nicht zugelassen.

Transkription

Iunius.
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Den 25. Iunii. Ist der Morgen still,
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von bedektem Himmel, vnnd ein zimm-
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liche Morgen-Röthe geweßen,
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vnnd machte sichre Andeütung ein-
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es Reegenlechten Tags. Gegen
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halber 8 Vhren fieng ein kalter vnder-
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luft an zuwähen, vnnd zumahl ein
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zartes Reegelin zufallen: beide conti-
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nuierten schier den ganzen Tag, vnnd
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machten ganz vnlustig Wetter. Nach
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Mittag kam der junge Herr Baron von
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Beroldingen daher geritten, pittend
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welcher iezmahlen in vnßeren diensten
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auf Schafrat ware, zu seinem Leib-
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diener abfolgen zulasßen. Ich könte
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vnnd wolte mich nit wehren, sonder re-
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commendierte ihme den Knaben bester
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masßen, mit versprechen, das er sich
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nechstes stellen vnnd in dienst ergeben
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xxxa müsße. Ich bietete ihme ein
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Gläßlin Wein an, so er nit vngern
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angenommen, aber bald wider nacher
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Hauß verreist. Hanß
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disen Abend auch kommen, vmb Frucht
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auß dem Spicher zukaufen sich an-
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meldend. Ich wollte aber der zeit
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nichts mehr feil geben, weilen das
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rauche Wetter mich sorgen gemacht,
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es möchte endtlich der Preÿß der Früchten
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ein mehrers steigen.

Anmerkungen

a Streichung durch Autor. Nicht lesbar.