Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

25. Februar 1697 · Seite 40v · Scan 98
Hervorheben:
Latein:
Ansicht:

Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[040v] 1697

Transkription

Februarius.
1
Schifart haben; item gebe die Erfahrenheit, vnnd
2
das tägliche Exercitium, daß sie zwar Fischer
3
vnnd Flözer, aber darneben auch Schifmannen
4
vnnd Schifleüt seÿen etc. Das sie kein eige-
5
ne Schif nit haben, lige nit daran: haben dato
6
keiner bedörfen, werden aber sich schon wüsßen
7
zu Gnüegen zuversehen. Eß haben auch vor
8
disem die Steiner kein eigene Schif ge-
9
habt, vnnd mehrmahlen entlehnen müsßen,
10
welches die Eschenzer auch thuen können.
11
5a.o Daß die Abladung nit auf dem Eschenzer,
12
sonder Stÿgischen Wasßer geschehe, reden sie
13
selzam. Wahr seÿe, das die Styger dorten
14
die Fischenz, vnnd was deren anhanget, haben,
15
aber die hoheb Iurisdiction gehöre den Herren Eÿdt-
16
gnosßen bis in mitte des Rheins, die nied-
17
ere dem Gottshauß Eynsidlen1; werde also
18
die Abladung in vnßeren, nit aber Stigischer
19
oder Œningischer Iurisdiction verrichtet.
20
6.o Daß Eschenz kein Actus habe, seÿe Vrsach,
21
weil nichts zugebracht worden: wann
22
ehender Wahren zugeführt weren worden,
23
hette mann selbige geführt, wie recht ist.
24
Können hiemit die Steiner mit ihren Gründen
25
mehr nit erweisen, als daß sie solche Schifart
26
vnbefüegt ansprechen. Vnnd weil dann sie
27
der herrschaft Eschenz solchen zwang zuthuen
28
gesuecht, klage Eschenz auf die verur-
29
sachte vnkösten, vnnd hoffe, Stein werde
30
mit Recht angehalten werden, solche zuersezen.
31
Der Steinerische Redner Antwortete, es
32
komme ihme närrisch vor, das auch Mamm-
33
eren ein Theil daran haben wolle. Dann
34
mann klar sehe, das dorten nichts abgela-
35
den werde. Vnser Redner ant-
36
wortete,

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "6" durch "5" ersetzt.
b Ergänzung durch Autor im Text. Rekonstruiert: "hohe" eingefügt.
1 Die Benediktinerabtei Einsiedeln liegt in der gleichnamigen Gemeinde im heutigen Kanton Schwyz. Sie wurde 934 gegründet und förderte 1602 die Gründung der Schweizerischen Benediktinerkongregation.Bibliografie