Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

2. Februar 1697 · Seite 19v · Scan 56
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Zeile 1
[019v] 1697
Zeilen 4–7
Pater Œconomus invisit Patrem Œconomum Mammerensem infirmum.
(lat) Pater Statthalter besucht den kranken Pater Statthalter von Mammern.

Transkription

Februarius.
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Conferenz nit ausschlagen, vnnd etwann ein
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Mittel können erfunden werden, das mann
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ohne grosße Weitleüfigkeit von der
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Sach komme. Auf diß hin reitete
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ich nacher Mammeren, selbigen krank
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ligenden Herrn Patrem Statthalteren zu visitier-
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ren, den ich in der Ruhe angetrofen, hernach
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vast in 1,5 Stund mit ihme gesprocheta,
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vnnd dann alsobald wider nacher Freüwd-
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enfels geritten, ohneracht Herr Pater Bernard
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mich ganz ernstlich zu dem Mittag-Esßen
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eingeladen. Eß befande sich der gute
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Herr zimmlich blöd, vnnd wüsste sein
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Affect niemand im Grund zuerkennen,
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da die Medici ein Wasser-Sucht, oder ein
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hydropieb pectoralem darauß machen
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wollen. Andere aber andere Gedanken
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gemacht. Alß ich zuruk reite-
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te, fande ich oftermahlen kein Pfad,
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dann der kalte vnder-Wind hatte die Strassen
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stark vberwähet. etc.
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Den 2. Februarii. Nach demme der Wind nach Mitter-
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Nacht sich gelegt, vnnd still worden,
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fanden wir am Morgen ganz hellen
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frischen Himmel, auch den ganzen Tag ganz
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schön, vnnd etwas warms, das die Tach-
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traufen gangen. Auf den Abend streichc-
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ete bÿ hellem Himmel ein kaltes zartes
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vnder-Lüftlin: welches sich bis gegen 9
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Vhren stark vermehret, den Himmel mit
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Ge-

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "hypropie" durch "hydropie" ersetzt.
c Korrektur durch Autor im Text. Nicht lesbar.