Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 17

6. Januar 1697 · Seite 4r · Scan 25
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[004r] 1697
Zeilen 3–5
Henricus Keller rursus cupit emere Schaffrat.
(lat) Heinrich Keller will erneut den Hof Schafferez kaufen.
Zeile 11
Differtur resolutio.
(lat) Die Einigung wird aufgeschoben.
Zeilen 23–25
Gallus Iudicus Patri Œconomo in Sonenberg missus.
(lat) Dem Pater Statthalter in Sonnenberg wird ein welscher Hahn geschickt.
Zeilen 28–29
Famula conducitur, altera sponte abeunte.
(lat) Eine Magd wird gedingt, nachdem die andere kurzfristig gekündigt hatte.

Transkription

Ianuarius
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seiner Magdt ein Öhrtlin, wünschte ihme
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hinwider ein glükhaft neüw jahr schrift-
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lich etc. Gleich darauf kam Hanß
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vnnd wolte diser leztere den Hoof Schaf-
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rat sampt dem Zug- vnnd Zug-Gschirr
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erkaufen, bietete mir also 3100 Gulden dar-
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auf. Ich sagte, daß wann ich schon
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etwas handlen wolte, könne ich nichts richt-
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iges versprechen, bis ich von meinem Princi-
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palen darüber ein Endtschlusß haben werde.
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Jedoch auf dero Gutheisßen hin, seze ich den
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Hoof nit ein haller feiler, als 3000 Gulden
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vnnd dann das Vÿch in dem Valor, in welchem
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ich es erkauft. Wir künntena auf diß
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hin nit eins werden; sezte ihme endtlich
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das Zihl, das er bis künftigen donnerstag
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Abendts mir ein endtliche Resolution geben,
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sich aber keines anders vertrösten solle, als
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das der Hoof vnder 3000 Gulden nit soll noch
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könne entlasßen werden. Liesß ihme
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ein Trunk geben. Gestert hab ich
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vergesßen zumelden, das dem Herrn Statthalt-
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eren zu Sonnenberg ein welschen Hanen auf
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sein Verlangen vberschikt. Er hette auch
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gern etwas schwarz Wildpräth gehabt,
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allein der Enden war nichts zubekommen.
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Ich dingte auch gestert ein neüwe Magdt,
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weilen eine auß etwas Vnwillen aufge-
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kündtb: ist zwar darnach wider in ein
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reüwen gefallenc, aber die andere war schon
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gedinget.

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Manuskriptschaden.
c Manuskriptschaden.