Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

23. April 1694 · Seite 186r · Scan 400
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[186r] 1694 a
Zeilen 5–7
Griesshaber debet frumenta mittere in Eremum .
(lat) Griesshaber muss das Getreide ins Kloster Einsiedeln senden.
Zeilen 11–12
Repetitur inde fœda Concessoria .
(lat) Von dort wird der Passzettel zurückgefordert.
Zeilen 20–22
Incendium in remotioribus ex luminosis nubibus b adversum .
(lat) An den leuchtenden Wolken wurde eine Feuersbrunst in der weiteren Umgebung bemerkt.

Transkription

Aprilis
1
meinte daß aniezo den Pasß zedel dem
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Griesßhaber wohl könnte zusenden,
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auf so Gnädige Parola des Herrn Baron
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de Neveu. Resolvierte hiermit den Pere-
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grin alsobald auf Cell zu schiken, den Pasß
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abzuholen, damit selbiger nechsten
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Morgen könnte nacher Hochen Emmingen
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dem Hanß Griesßhaber, bÿ welchem schon in
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Novembris Anno 93 100 Mütt Kernen für Eÿn-
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sidlen1 bestellt, vnnd darauf ein starke
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Capparra gegeben worden, zugebracht worden.
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Ich schikte also den Peregrin, mit befelch, so
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es ie möglich, disen Abend wider zuruk
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zu kommen. Redte auch mit dem Meß-
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mer vnder der Zeit ab, vnnd befahl, selbige
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Frücht zu Cell am Monntag abzuholen,
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vnnd dann ferner etwas einzukaufen etc.
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Darüber nit weniger, als ich, ein Freüwd
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gehabt. Im vbrigen waren wir
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rühewig. Gegen 8 vhr sache ich
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gegen Klingen hinüber im Schwabenland ein stark
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erleüchteten Himmel, wüsste nit, was es were,
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trauwete doch, ein brunst müsste in einem Ohrt
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entstanden seÿn. Sagte doch niemand nichts.
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Gegen halber 10 Vhren wollte ich Zur Ruhe gehen,
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da sache ich wider zum Fenster hinauß, das
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selbigec xxxd brunst immer nach vnnd ie sterker
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als vorhero ein rothen Himmel erwekt.
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Vnnd da ich also dem zu luegte, gab der Wächter
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auf Clingen ein Schuz zum Feürszeichen,
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darauß

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Nicht lesbar: "1694" eingefügt.
b Unsichere Lesung.
c Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "selbiges" durch "selbige" ersetzt.
d Streichung durch Autor. Nicht lesbar.
1 Die Benediktinerabtei Einsiedeln liegt in der gleichnamigen Gemeinde im heutigen Kanton Schwyz. Sie wurde 934 gegründet und förderte 1602 die Gründung der Schweizerischen Benediktinerkongregation.Bibliografie