Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich, Band 13

24. September 1690 · Seite 266v · Scan 544
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[266v] 1690
Zeile 3
Constantium vehuntur.
(lat) Sie fahren nach Konstanz.
Zeilen 7–8
Patres Ittendorffenses etiam appulsi.
(lat) Die Patres von Ittendorf landen ebenfalls.
Zeilen 12–14
Salutant Dominum Officialem Brugger ex Immistad.
(lat) Sie begrüssen den Herrn Amtmann Brugger von Immistad.
Zeilen 17–18
Pater Iosephus equum vaenalem considerat.
(lat) Pater Joseph betrachtet ein käufliches Pferd.
Zeilen 29–31
Convenitur pro licentia Dominus Vice-Commendans de Leuwenburg.
(lat) Er trifft sich für eine Bewilligung mit dem Vize-Kommandanten von Leuwenburg.

Transkription

September
1
einiges Bedenken darbÿ nit gemacht.a Wir
2
aber namen ein weniges Früestuk, vnnd
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machten Abscheid; farten nacher Constantz mit
4
gutem Wind, vnnd kamen eher als in einer
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Stund dorten an. Eben als wir an den
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damm kommen, sahe ich, daß xxxb vnßere Herren
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von Ittendorf auch anländeten, dennen ich auf-
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gewartet, vnnd also beständig bÿ ihnen ver-
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bliben biß zur Abreiß. Wir giengen
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fort vnnd fort den Kaufmans Läden nach,
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vnnd kaufte ein ieder was er verlangte;
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Hatten auch die Gelegenheit, Herrn Amptmann
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Brugger von Immistad zu sehen, der sich mit
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vnß zu Herrn Hanß Jacob Zellings Hauß ver-
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füegt, vnnd dorten ein Pferdtlin, welches
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gesagter Zelling mir feil gebotten, besichtigen
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vnnd achten helfen.c Vnnd bekenn ich, selb-
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iges mir gar nit gefallen; weilen aber Herr Zelling
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ein so ehrlicher Herr ist, dem ich getrauwt, mir
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nichts als das beste anerbiete, hab ich probiert
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mit ihme zu markten. Er aber wollte kein
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gewüsßen Preÿß machen, bis vnnd so lang
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er versicheret möchte seÿn, daß ich selbiges
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dörfte hinwek führen, weilen gar ein streng
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verbott ware, keine Pferdt auf vnsere
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Seiten zu verkaufen. Nach solcher Antwort,
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gieng ich mit Herrn Statthalteren zu Ittendorf,
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welcher ohne diß mit Herrn Vice Commendanten Baron
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von Leüwenburg zu conferieren hatte, zu dißem,
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vnnd bathe Herrn Statthalter für mich, auß Respect
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Ihrer Fürstlich Gnaden zu Eynsidlen1 diß zu concedieren,
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daß ich gesagtes Pferdtlin, wann endtlich ich
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darumb markten könte, möchte mit mir
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hinwek führen. Ich vermeinte,
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daß wegen vnßers Gnädigen Fürsten vnnd Herren
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Hochem

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition: Doppelpunkt durch Punkt ersetzt.
b Streichung durch Autor. Rekonstruiert: ich.
c Texteingriff durch Edition: Doppelpunkt durch Punkt ersetzt.
1 Die Benediktinerabtei Einsiedeln liegt in der gleichnamigen Gemeinde im heutigen Kanton Schwyz. Sie wurde 934 gegründet und förderte 1602 die Gründung der Schweizerischen Benediktinerkongregation.Bibliografie