Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich, Band 13

13. September 1690 · Seite 263r · Scan 537
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–2
[263r] 1690 Tractatio lauta.
(lat) Köstliche Bewirtung.
Zeilen 9–10
Discedere non permittitur Pater Iosephus.
(lat) Pater Joseph wird die Abreise nicht erlaubt.
Zeilen 27–28
Pater Antonius primo diluculo ad preces surgit.
(lat) Pater Antonius steht in der frühen Morgendämmerung zum Gebet auf.

Transkription

September
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gesesßen. Darbÿ vnß eben ein kostliche Tra-
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ctation aufgestellt worden, welche sich biß
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vber 3 vhr verzogen, vnnd von lustigen
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Discursen etc. sehr wohl condiert worden.
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Eß war auch Herr Pfarrer zu Stekenbohren
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gegenwertig, welcher den Discurs wohl ge-
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zükeret, neben anderen ehrlichen Herren.
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Nach vollendtem Tisch wolte ich wider verreisen.
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Welches aber Herr Statthalter zu Clingenberg nit
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gestatten wollen, müsste also ich volens nolens
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verbleiben, wie dann auch die mehre Hospites
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sich bereden lasßen. Darüber wir vnß mit
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der Schiesßtafelen ein Zeitlin recreiert,
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bis schier vmb 5 vhren, als dann Herr Statthalter
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zu Sonnenberg vnnd ich mit einanderen
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Vesperas vnnd Matutinum pro die sequenti ge-
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betten, vnnd gegen 7 vhr wider zum Tisch gangen,a
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vnnd bÿ selbigem bis vber 9 vhr gebliben.
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Hernach machte vnß Herr Pfarrer zu Tobel,
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so dem jahrzeit auch bÿgewohnt, zimmliche Re-
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creation mit ettlichen recreativ liederen,
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von welchem Herr Statthalter zu Sonnenberg vnnd
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ich hinwek gangen, vnnd zur Ruhe vnß ver-
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füegt, weilen Wir gewillet, morn des in aller
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Frühe wider auf zu seÿn, vnnd ieder sein Reiß
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in sein Ohrt zu nemmen.
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13. Septembris. Am Morgen vmb halber 5 Vhr stunde
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Herr Statthalter von Sonnenberg auf zum Heiligen Ge-
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bett, demme ich vber ein kurtzes gefolget, vnnd
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wollten wir bald verreißen. Allein im Hauß
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war noch niemand auf, also das wir gezwungen
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worden

Anmerkungen

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