Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich, Band 13

4. September 1690 · Seite 259v · Scan 530
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–2
[259v] 1690 Offert nobilem cænam.
(lat) Er bietet ein vornehmes Nachtessen an.
Zeile 12
Discedunt Tiguro.
(lat) Sie reisen von Zürich ab.
Zeile 15
Vahram veniunt.
(lat) Sie kommen nach Fahr.
Zeilen 21–22
Reperiunt ibi Dominum Cancellarium Hegner.
(lat) Dort treffen sie Herrn Kanzler Hegner.
Zeilen 28–29
Pater Benno summo mane ad preces surgit.
(lat) Pater Benno steht frühmorgens zum Gebet auf.

Transkription

September.
1
zu vbernachten.a Darumb er mir ein zube-
2
reitetes Spaferklin gezeigt, mit Versprechen,
3
solches vnß bÿ dem NachtEsßen aufzustellen.
4
Eß hatte aber Herr Statthalter zu Ittendorf noth-
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wendige Geschäft mit Herrn Landtschreiberen
6
Schneeberger zu conferieren, die in Zürrich
7
vill zu lange Zeit brauchten, derentwegen
8
er diße auf Vahr 1gespahrt: vnnd ware
9
auch mir, die Wahrheit zu bekennen, vill
10
lieber zu Vahr zu vbernachten, als zu
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Zürrich. Derentwegen wir, nach demme
12
wir vnß bis vmb 3 Vhren verweilet, vmb
13
halber 4 Vhren wider zu Pferdt gesesßen,
14
vber den Graben von Zürrich hinwek, vnnd
15
nacher Vahr geritten, wo wir nit lang nach
16
5 Vhren ankommen; dorten aber männigklich
17
schon bÿ dem Tisch angetrofen; also das sie
18
wegen vnßer, wider vnßer Meÿnung zu
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spahten Ankunft, grosße vngelegenheiten
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gelitten, vnnd frischen Tisch gemacht. Wir
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haben zumahlen auch Herrn Cantzleren Hegneren
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von St. Urban2 angetrofen, mit demme wir
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alle von alter Kundsame halber fründtlich
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geweßen vnnd freüwdig bis nach 8 vhren,
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wo alle zur Ruhe gegangen.
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4. Septembris. Liesße ich ichb mir die Ruhe wohl
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belieben, vneracht Herr Statthalter von Ittendorf,
28
nach seiner Gewohnnheit gleich nach 3 vhren
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aufgestanden, vnnd zu dem Gebett gegangen.
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Als endtlich auch ich herfür kommen, haben
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wir

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition: Doppelpunkt durch Punkt ersetzt.
b Texteingriff durch Edition: "ich ich" durch "ich" ersetzt. Irrtümliche Wiederholung des Begriffs 'ich'.
1 Das Benediktinerinnenpriorat Fahr ist eine vom Kanton Zürich umschlossene Exklave des Kantons Aargau. Es wurde 1130 gegründet und untersteht seitdem dem Abt von Einsiedeln.Bibliografie
2 Die 1194 gegründete und 1848 aufgehobene Zisterzienserabtei St. Urban lag in der Gemeinde Pfaffnau im heutigen Kanton Luzern.Bibliografie