Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

26. Juni 1690 · Seite 227r · Scan 465
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[227r] 1690
Zeilen 3–4
Confirmatur non cedendum Tigurinis ullo modo.
(lat) Ihm wird bestätigt, dass er den Zürchern in keiner Weise nachgeben dürfe.
Zeilen 14–16
Solemnitas adventantis Domini Præfecti, eiusque receptionis etc.
(lat) Die Feierlichkeit beim Einritt und Empfang des Herrn Landvogt.

Transkription

Iunius
1
meine Verrichtung bÿ Herrn Landtvogt er-
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zellt, er aber mich versicheret, solle mich
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nur nit abschreken lasßen, es habe die Ca-
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tholische Kirch Eschentz billiche Sach, vnnd gleich-
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wohl die von Zürrich von Anfang sich stark
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weigeren, werden doch sie endtlich nachge-
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ben müsßen. Ich verweilete mich
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dorten zimmliche Zeit, bis auch Herr Stattschreiber
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darzu kommen, vnnd erzeigten mir beide
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grosße Ehr. Nach wenigem ward dem
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Herrn Schultheisß angekündt, daß der Neüwe
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Landtvogt bald werde einreiten.a Da sezten
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beide gesagte Herren sich zu Pferdt, vnnd
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reiteten dem alten bHerrn Landtvogt zu, den sie neben
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mehreren anderen in schöner Ordnung be-
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gleiteten, den Neüwen Herrn Landtvogt einzu-
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holen. Nach demme sie vngefahr eine viertel
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Stund ausßert der Statt, bin ich vnnd Schrei-
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ber Rüedi allgemach auch nachgeritten,
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vmb dem Actui zuzusehen, vnnd dahin
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kommen, wo die gantze Compagni den Ein-
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Ritt des Neüwen Herrn Landtvogts erwartete.
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Vnnd vast eine gantze Stund sich ver-
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weilen müsste.c In desßen ersprachte ich
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mich mehrentheil mit Herrn Schultheisß Rüepplin.
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Nach demme nunn wir alle, wie gemeldt,
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vnß so lang verweilet, endtlich aber der Neüwe
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Herr Landtvogt wider herzu nachete, ist ieder-
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mann wider zu Pferdt gesesßen, vnnd ich
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selbsten mit vnnd vnder ihnen in den Ring
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geritten,

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition: Doppelpunkt durch Punkt ersetzt.
b Korrektur durch Autor Rekonstruiert: "alten" eingefügt.
c Texteingriff durch Edition: Doppelpunkt durch Punkt ersetzt.