Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

1. Mai 1690 · Seite 197r · Scan 405
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–3
[197r] 1690 Pater Ioseph abit in Clingencell ad Dedicationem.
(lat) Pater Joseph geht nach Klingenzell zum Kirchweihfest.
Zeilen 8–9
Invitatur ad prandium, sed excusat.
(lat) Er wird zum Mittagessen geladen, entschuldigt sich aber.
Zeile 20
Proficiscitur in Sonnenberg.
(lat) Er reist nach Sonnenberg.
Zeilen 27–29
Dominus Hermannus Zollikhofer petit spatium in Werd pro extensione pannorum.
(lat) Herr Hermann Zollikhofer ersucht um eine Fläche in Werd, um Tücher auszubreiten.

Transkription

Maius
1
1. Maii. Weilen es Kilbi war Zu Clingen-
2
zell, bin ich dahin gangen dem Gotts-
3
dienst abzuwarten, masßen ich allem
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bÿ gewohnet, zu vor aber bÿ Hauß die
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Heilige Mesß geleßen, damit niemand den
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tag müsste ohne Heilige Meß seÿn. Nach
7
vollendtem Gottsdienst gieng ich wider nacher
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Hauß, vneracht die Clingenzellische
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Herren mich gar einständig zu dem
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Mittag Esßen eingeladen, ich aber entschuld-
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igte mich, müsße nach Mittag auf
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Sonnenberg verreißen, vnnd so frühe
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seÿn, das mein diener ich wider könnte
14
den Tag zuruk senden, weilen die Clingen-
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zellische herren meina Laggeÿ zur Auf-
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wahrt begehrt, das ich nit abschlagen
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wollen. Bin also, wie gemeldt,
18
ich nacher Freüwdenfels gekehrt, vnnd
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ein kurtzes Mittag-Süpplin dorten
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eingenommen, gleich aber darauf zu
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Pferdt gesesßen, vnnd auf Sonnen-
22
berg etwas nach 3 Vhren kommen, vnnd
23
von dar den diener, den mir vnßer
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baur zugegeben, zuruk geschikt. Da
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ich eben auß dem Hauß gehen wolte, ist Herr
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en ankommen, mit mir etwas Zu reden:
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demme ich, weilen die Zeit mich eingeschrenkt,
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nit zu willen werden können, ausßert all-
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ein, daß weilen er gesuecht, eine Tuch-
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rahm

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Rekonstruiert: "den" durch "mein" ersetzt.