Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

2. Februar 1690 · Seite 173v · Scan 354
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–3
[173v] 1690 Salutantur abs Domina Matre.
(lat) Sie werden von der Frau Mutter begrüsst.
Zeilen 8–9
Vinum earum mediocre, etsi ipsis optimum.
(lat) Ihr Wein ist durchschnittlich, auch wenn es ihr bester ist.
Zeilen 14–16
Earum fundatrix Elisabetha quaedam beata reclusa.
(lat) Ihre Stifterin ist eine glückseelige Eremitin, eine gewisse Elisabeth.
Zeilen 30–31
Erant earum aliquæ ex Helvetia.
(lat) Einige von ihnen stammten aus der Schweiz.

Transkription

Februarius
1
geendetem Gottsdienst gieng ich mit Reverendo Patre
2
Petro in das Refectorium, wo die frauw
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Mueter zu mir kommen, mich gar fründtlich
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begrüesst, vnnd vmb das arme Allmusen
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sich höchstes bedankt. Nach weniger Zeit
6
sizten Wir zu Tisch, zu welchem auch Herr
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Pater Beichtiger kommen, darby schenkten vnß
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die fromme Klosterfrauwen ihren eigenen
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besten Wein in silberne Stietzen, den
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vnßerigen aber spahrten sie, villeicht das
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er etwas besßer geweßen, vnnd sprachen
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vnß wohl zu. Vnder anderen
13
Discursen befragte ich sie, wer doch dißeres
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Ohrts Vrheber;a da sagten sie mir, das ein
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fromme Gottseelige Clausnerin Elisabetha
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mit Namen, vor dißem dorten gewohnet,
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mit grosßem Rhuem der Heÿligkeit, vnnd
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seÿe auch sie dorten vergraben, vnnd habe
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nach ihrem Todt mit Wunderzeichen geleüchtet.
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Deren sie mir ettliche erzellt: darob ich
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ein sonderbahre Liebe vnnd Anneignungb
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zu dißem Ohrt empfangen, vnnd mir fürge-
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nommen, öfters dahin zu kehren. Wir
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sizten bis vber ein Vhr bÿm Tisch, vnnd
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stellten sie vnß alles auf, was Wir ihnen
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zugebracht, bis an ettliche bratwürst,
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welche sie erspahrt; doch hatten wir vbrige
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Speiß, also das sie verhoften, die ganze
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Fastnacht noch gnug versehen zu seÿn.
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Ich verwunderte mich beneben sehr, das
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so vill auß dem Schweytzerland dorten
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sich befanden. Dann die Frauw Mueter war
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eine

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Unsichere Lesung.