Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

19. Januar 1690 · Seite 167v · Scan 342
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Latein:
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[167v] 1689 a
Zeilen 8–9
Discedit Cella, non exspectatis litteris.
(lat) Er bricht von Radolfzell auf, ohne den Brief abgewartet zu haben.
Zeilen 21–22
Mittit ova Patribus Capucinis.
(lat) Er schickt den Kapuziner-Patres Eier.

Transkription

Ianuarius
1
Endtlich, weilen ich sahe, das nichts darbÿ
2
ausßzuwürken, sagte ich, sie sollten thun
3
nach belieben. Worüber Herr Cantzlÿ Ver-
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walter gangen, das Sigill aufzutruken,
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mir sagend, er wolle mich wider antrefen.
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Ich achtete mich desßen nit sehr, vnnd gleich-
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wohl ich Respects halben zuwarten gewill-
8
et, gieng ich dannoch in begleitung Herrn
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Frantz Noschen zu dem See, setzte mich in
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das Schif, vnnd fahrte also nacher Hauß.
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Vnnd erst nach demme ich vast eine Stund
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von Cell abgefahren geweßen, kamen mir
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die bedeüte Brief von Herrn Cantzlÿ Verwalter
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wider in Sinn, vnnd ersorgte ich, er ver-
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stand mein so eÿlfertige Abreiß zum
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Vertrusß. Eß war aber schon geschehen.
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Ich schifete bÿ gutem Wetter also fort, kam
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vngefahr vmb 5 Vhren an Fendenbach,
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vnnd bald darüber nacher Freüwdenfels
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glüklich.
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19. Ianuarii. Am Morgen in aller frühe schikte
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ich mein Laggeÿ nacher Cell, den Patribus
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Capucinis 36 Eÿer zu vberbringen: dar-
24
vmb gester Pater Guardian bÿ mir pitt-
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lich angehalten, weilen er kranke hatte,
26
welche mit solchem einer Erfrischung sich
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trösteten. Freüwete mich, daß ihnen
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also können dienen.
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Der heütige Tag war bestimbt, das Herr
30
Landtweybel

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition am Seitenrand.: "1689" durch "1690" ersetzt. Irrtum des Autors.