Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

30. Dezember 1689 · Seite 161r · Scan 329
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[161r] 1689
Zeilen 4–5
Dolet de male et inutiliter impenso tempore.
(lat) Er bedauert seine schlecht und unnütz aufgewandte Zeit.

Transkription

December
1
vnnd die edle Zeit mehr mit Müsßig-
2
gang, vnnützem Geschwätz, vnnd occu-
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pation in vnnötigen dingen zugebracht,
4
vnnd, mit einem Wort, die so edle Zeit,
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welche der Gütigste Gott mir zu Würkung
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guter Werken, vnnd busßfertigkeit vber
7
gethane meine grosße Sünd vnnd La-
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ster so reichlich vnnd in guter Gesundheit
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gnädigist vergonnt, gar vbel ange-
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wendt: darmit den Gütigsten Gott
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vnzahlbar vill vnnd oft gröblich be-
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leidiget; Meinem NebenMenschen mit
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bößem Exempel vorgangen, vnnd vn-
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zweifenlich nur gar zu oft geergeret.
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Wormit xxxanit nur die Straff Gottes
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billichist vber mich hette kommen können,
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vnnd mich von dißer Welt in ein
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vnglükseelige Ewigkeit hieraufen, sonder
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auch ich selbsten darab billich erschrekt,
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Schamroth mich in ein Ewiges Nihilum
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verbergen hette sollen. Allein
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werfe ich mich vor die Füesß der grund-
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loßen barmherzigkeit Meines Herren
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vnnd Heÿlands Jesu Christi, mit dem
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ofenen Sünder xxxb in gantz bereüwt-
26
vnnd zerknirschtem Hertzen zu ihnen
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aufschreÿend: Deus propitius esto mihi
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peccatori. Vnnd weil dann aber
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ein neüwes jahr anfangt, mache
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ich

Anmerkungen

a Streichung durch Autor. Rekonstruiert: ich.
b Streichung durch Autor. Rekonstruiert: mit.