Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 13

4. November 1689 · Seite 144v · Scan 294
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Marginalie
[144v] 1689
Zeilen 4–5
Exit ad vaenationem cum scriba Pater Iosephus.
(lat) Pater Joseph geht mit dem Landschreiber zur Jagd.
Zeilen 14–16
Domini Præfecti Vxor cum aliquibus Sonnenbergæ appulsa.
(lat) Die Frau des Herrn Landvogt ist mit einigen Begleitern in Sonnenberg gelandet.
Zeile 25
Discedunt iterum
(lat) Sie reisen wieder ab.
Zeilen 29–30
Pater Antonius ibidem appulit ex Munsterlingen redux.
(lat) Pater Antonius, der aus Münsterlingen zurückgekehrt ist, landet ebendort.

Transkription

November
1
vnnd darüber mit Herrn Statthalteren zu con-
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ferieren. Damit aber ich kürtzere Zeit
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hette, bin ich nach dem Mittag Esßen mit
4
Schreiber Rüedi auf das Geiegdt gangen,
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dorten Wir alsobald ein paar Haaßen
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angetrofen, deren den einten er im Lauf
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gelegt. Wir giengen darüber nacher
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Spiegelberg, dorten, weilen ich von meiner
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Melancholia nit zum besten bestellt war,
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war mir die Zeit zulang: Gieng derent-
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wegen wider auf Sonnenberg, meine Preces
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zuverrichten. Ehe aber ich dahin ankommen,
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ist ein Expresser entgegen gelofen, das Frauw
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LandtVögtin da Sie vnnd were niemand
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vorhanden, so aufwarten könnte. Ich
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hatte nit Lust, solchen mir vnbekannten
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Gästen lang zuzusprechen, liesße mir derent-
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wegen wohla Weil darzu, schikte aber
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den botten weiter fort, solchesb dem Schreiber
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Rüedi anzuzeigen, vnnd ich gieng gemäch-
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lich durch einen Vmbweeg dem Schlosß zu.
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Als ich endtlich dahin gelangt, vnnd die Gäst
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so höflich ich könnte begrüesst, bin ich mit
24
ihnen auch noch freündtlich gewesßen: siÿec
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aber stuenden vber ein kurztes auf, sezten
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sich zu Pferdt, vnnd reiteten auf Frauwen-
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feld. Darauf verrichtete ich
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meine Preces, vnnd nach 5 Vhr kam
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auch Herr Statthalter wider von Münsterlingen
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har geritten, demme sehr leid geweßen,
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das er so Edle Gäst nit selbsten bewarten
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können, vnnd reüwete ihne nit wenig, das
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er die Gelegenheit hierin verlohren.
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Nach

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition im Text.: "wohl wohl" durch "wohl" ersetzt. Bei dieser Verdoppelung handelt es sich um einen Irrtum des Autors.
b Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "solchem" durch "solches" ersetzt.
c Unsichere Lesung.