Transkription
1
einem frischen Eÿ geesßen, vnnd ein Glaß
2
Weÿn getrunken, also wider zu Pferdt nach
3
6 Vhren gesesßen, vnnd fortgereist: dar-
4
zu der Himmel mir gar gönstig geweßen,
5
die gestrige Melancholii aber wider stark ange-
6
setzt. Wir reisten glüklich fort,
7
(allein der ienige mein Laggeÿ, welcher das
8
Räf getragen, kam gar spath nach vnß) vnnd
9
kehrten im Turbenthal wider zu: dorten
10
ich gesagten meines Laggeÿens schier nit
11
erwarten können; ist auch erst ankommen,
12
da ich eben wolte die Vhrten bezahlen. Ich
13
schreibte dorten an die Gnädige Frauw zu Denni-
15
Abend nit zuspreche, weilen ich befelchet seÿe,
16
nacher Sonnenberg zukehren: bette aber di-
17
ßen meiner diener vber Nacht zuhaben.
18
Diß Schreiben vbergab ich gesagtem meinem
19
Laggeÿen, welcher das Räflin getragen,
20
vnnd liesß ihne allgemach nachgehen: ich
21
aber reitete mit dem anderen auf Sonnen-
22
berg, wo Herr Statthalter nit anheimbsch
23
geweßen, vnnd eben den Morgen nacher
24
Münsterlingen geritten, dahin sein Herr
25
Bruder Pater Antoninus zu St. Gallen ihne bescheiden.
26
Mir geschach alles Liebs, speiste wohl zu
27
nacht, vnnd gieng gegen 9 vhr Zur Ruhe.
28
4. Novembris. Vneracht ich sehr gerna nacher Hauß
29
verreist were, verbleibte ich dannoch,
30
damit die Gelegenheit hette, Ihrer Fürstlich
31
Gnaden befelch wegen Freüwdenfels zu er-
32
öfnen